Überzeugende Hygienekonzepte

Diese Schwimmbäder und Badeseen lohnen sich im Rhein-Main-Gebiet

Aktualisiert am 07.08.2020
 - 12:42
Erfrischend: das Schwimmbad in Mainz-Mombachzur Bildergalerie
Die heißen Temperaturen locken die Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet an die Badeseen und in die Schwimmbäder. Doch aufgepasst: Planung ist in diesem Corona-Sommer alles!

Für die Hitzewelle scheinen die Frankfurter Schwimmbäder gerüstet: Die Zeitfenster in nahezu allen Freibädern der Stadt waren am vergangenen Wochenende gut besucht, größere Schwierigkeiten gab es nicht. „Den Leuten war klar: Wir haben ein Hygienekonzept, aber ihr müsst euch im eigenen Interesse dran halten. Bei Schließung gibt es kein Bad“, sagt Alexander Mitschke, Marketingmanager der Bäderbetriebe Frankfurt.
Der Eindruck vom Brentanobad bestätigt das. Einige Besucher warteten am vergangenen Freitag schon um 14.30 Uhr auf den Einlass, Familien mit Kindern, junge Leute, paarweise oder in kleinen Gruppen, und einige Senioren, die Liegestühle und Sonnenschirme dabei hatten. Alles wirkt friedlich und diszipliniert. Bis zu 13.000 Menschen werden in normalen Jahren auf die Riesenliegefläche gelassen, derzeit nur 3000 pro Zeitfenster.

Kaum 200 Meter entfernt ist das Freibad Hausen, dort stehen um 15.45 Uhr nur noch wenige Leute Schlange. Auch dort mussten die Gäste ihre Karte online buchen für eines der in Frankfurt üblichen Zeitfenster von 9 bis 14 und 15 bis 20 Uhr. Besitzer einer mit Geld aufgeladenen Vorteilskarte müssen sich im Zweifelsfall gedulden: Badegäste, die online für ein Zeitfenster gebucht haben, gehen vor.

„Durch Corona ist einiges schwieriger geworden“, sagt die Bademeisterin. Es sei ein wenig stressig an heißen Tagen. Die Leute reagierten teils schnippisch oder aggressiv, wenn man sie auf die Abstandsregeln aufmerksam mache. „Aber es gibt auch liebe Badegäste.“ In Hausen liegen die Leute etwas enger als im Brentanobad. Je näher am Wasser, desto geringer der Abstand. Um 16 Uhr ertönt der Hinweis, den Sicherheitsabstand einzuhalten und die Maske in Umkleidekabinen und WCs zu tragen. Die Lage blieb aber ruhig.

Mitschke hatte erwartet, dass das Hygienekonzept funktioniert, wie er sagt. In den ersten Tagen habe man bei geringer Besucherzahl beobachtet, wie sich die Besucher verhielten, und festgestellt, dass die meisten die Corona-Verhaltensweisen verinnerlicht hätten. „Und man legt sich ja ohnehin in der Regel im Freibad nicht näher als 1,50 Meter zum Nachbarn.“ Höchst selten einmal sei es vor allem am Eingang zu kleineren Unstimmigkeiten gekommen, wenn Badegäste monierten, dass andere Besucher in der Warteschlange keinen Mundschutz trügen oder den Abstand nicht einhielten. Das Sicherheitspersonal habe die Konflikte stets schnell gelöst.
Laut Mitschke war jedoch selbst an den bislang heißesten Tagen kein Slot in den zahlreichen Freibädern der Stadt ausverkauft. Nur im Rebstockbad, für das wegen des Zugangs übers Hallenbad nur 500 Besucher zugelassen sind, gab es Engpässe. dme./luar.

Waldschwimmbad Rüsselsheim: Baden unter Aufsicht

So einfach kommt man nicht hinein: Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang des Rüsselsheimer Waldschwimmbads weisen große Schilder darauf hin, dass vorab online ein Ticket besorgt werden muss. Allerdings ist auf den Schildern auch ein QR-Code abgedruckt, mit dem man sich über das Handy noch schnell eines buchen kann. In das Schwimmbad dürfen derzeit 800 Personen. An einem frühen Nachmittag bei bestem Wetter sind allerdings weit weniger Besucher da. Am Sandstrand spielen Kinder, ein schwimmendes Einhorn treibt mit Besatzung auf dem Waldsee. Jugendliche spielen Beachvolleyball. Auch wenn das Schild am Netz darauf hinweist, dass auch dort anderthalb Meter Abstand gelten, springen sie manchmal etwas eng beieinander herum. Doch Handtücher und Decken rund ums Wasser zeigen: Zu geringe Abstände gibt es hier nicht.

Trotzdem patrouillieren gelbgekleidete Sicherheitsmitarbeiter um den See. Sie achten darauf, dass die Besucher am Kiosk oder an den Toiletten eine Maske tragen. Ihre eigentliche Aufgabe ist aber eine andere: „Wegen Raunheim“, sagt ein Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr hatte ein wütender Mob den überfüllten Raunheimer Waldsee gestürmt. Die Sicherheitsleute sollen solche Ausschreitungen verhindern. „Samstags sind hier viele Jugendliche, da kommt es schon mal zu einer Schlägerei“, sagt der Mann. An diesem Tag bleibt aber alles friedlich. Nur die gelbe Patrouille zieht immer wieder Blicke auf sich. weth.

Freibad Mainz-Mombach: Querverkehr

Schon der erste Blick auf den lockenden blauen Qlympicpool des Mombacher Schwimmbads verrät, dass da etwas nicht stimmen kann. Denn neuerdings und Corona geschuldet muss quer statt längs geschwommen werden, damit den Besuchern zehn jeweils fünf Meter breite Bahnen zur Verfügung gestellt werden können; andernfalls hätten sich alle Gäste zusammen vier 50-Meter-Streifen teilen müssen. Ansonsten ist in der seit 15 Jahren vom Mainzer Schwimmverein 1901 vorbildlich betriebenen Freizeitanlage am Großen Sand im Mainzer Stadtteil Mombach trotz Hygiene- und Abstandsregelungen fast schon so etwas wie Bade-Alltag zu spüren – allerdings wegen der Zusatzkosten zu erhöhten Preisen. Geöffnet ist das Bad zudem ohne die andernorts übliche Reinigungspause.

Zwischen 6.10 und 20 Uhr dürfen derzeit allerdings nur 3000 Besucher auf das fast vier Hektar große Gelände, das auch noch über Sport- und Spielecken, ein Plansch- und ein Mehrzweckbecken mit zwei Rutschen – anders als in Hessen geöffnet – verfügt. An diese Grenze stieß das Freibad bislang lediglich an den jüngsten Hitzetagen. Von Erwachsenen werden im Freibad an der Oberen Kreuzstraße derzeit fünf Euro Eintritt verlangt, Kinder zahlen vier Euro. sug.

Freibad Linden: Rot-weiß abgeklebt

Die Stille macht den Unterschied. Man merkt es erst hinter dem Drehkreuz, wenn man das blaue Becken sieht mit dem Stadtwappen auf dem Grund. Das klingt nicht nach dem Schwimmbad vor Corona, es fehlt der Sound, das Juchhe der Kleinen, wenn sie ins Wasser gleiten, und das Gekreische am Beckenrand, wenn eine Arschbombe einschlägt. Im Hitzesommer 2018 kamen 65.000 Besucher, diesmal wäre man mit 20.000 hochzufrieden.

Was ein rot-weißes Klebeband ausmacht. Auch im Freibad in Linden, 60 Kilometer nördlich von Frankfurt, sind Rutschen und Sprungbretter gesperrt, Leitern mit Band umwickelt. Weil die Infektionsgefahr zu groß sei beim Schlangestehen, sagt der Bademeister. Auch die Spielgeräte auf der mit gewaltigen Bäumen gesäumten Liegewiese und die Sitzbänke ums 50-Meter-Becken, jede zweite Umkleidekabine und jede zweite Toilette sind abgeklebt. Zwischen 14 und 15 Uhr wird gereinigt und desinfiziert. 500 Besucher ist das Limit, das noch nicht erreicht wurde. Wer schwimmen will, braucht eine Dauerkarte und muss einmal den Personalausweis vorlegen, um eine Infektionskette nachvollziehen zu können. Für alle, die einen Sommer ungestört ihre Bahnen ziehen wollen, könnte sich die Investition von 45 Euro immer noch lohnen. hs.

Badesee Woog Darmstadt: Allein unter Wolken

Planung ist in diesem Darmstädter Badesommer alles. Die Tickets für den Badesee Woog im Zentrum der Stadt sind pandemiebedingt begrenzt. Ist die Wettervorhersage gut, ist die Zeit von 15.30 bis 19.30 Uhr online schnell ausgebucht. Manchmal ist man trotzdem fast allein: Sind auch nur ein paar Wolken am Himmel, betreten die meisten Darmstädter kein Freibad – ob sie sich ein Ticket gekauft haben oder nicht. Für die Stadtkasse mag das gut sein, für Schwimmer, die Wolken nicht stören, ist es nervig: Oft bekommt man spontan kein Ticket mehr, obwohl am Woog gähnende Leere herrscht. Brennt die Sonne vom Himmel, ist dagegen alles wie früher: Auf dem Steg und der Insel wird sich gebräunt, am Zehnmeterturm sammeln sich Jugendliche, probieren neue Sprünge. Nur eine Durchsage erinnert die lieben Badegäste ab und zu an Corona: „Auf dem Ponton dürfen nur zehn Leute sein.“ Dann springen ein paar kreischende Kinder von der Schwimmplattform in der Seemitte ins Wasser, und alles ist wieder wie früher. Abends nervt nur eines: Dass der Woog nicht mehr um 20 Uhr schließt, was immer schon zu früh war, sondern bereits um 19.30 Uhr. sede.

Freibad Woogtal: Kleinod im Tal

Dem Lavendel im Rosenbeet kann das Virus nicht viel anhaben. Er blüht in voller Pracht, die Hummeln wuseln. Sie wissen nichts vom Corona-Schichtbetrieb, der dem idyllisch im Woogtal von Königstein gelegenen Freibad zwischen drei Schwimmblöcken (8 bis 11, 12 bis 15 und 16 bis 19 Uhr) jeweils eine Stunde Pause zum Desinfizieren verordnet. Die Warmwasserduschen sind geschlossen. Dafür hat das solargewärmte Schwimmwasser 24 Grad. Das ist viel für das kleine Bad, in dem es beschaulicher zugeht als anderswo. Nur das Tuten der Königsteiner Eisenbahn unterbricht gelegentlich die Ruhe. In diesem Sommer ist es besonders beschaulich, weil nur 250 Badegäste je Schwimmblock Zutritt haben. Sonst kommen 1500 und mehr. Schwimmer wissen, dass sie sich mit 25 Metern begnügen müssen. Springen kann man nur vom Dreimeterturm. Kinder planschen in einem Nichtschwimmerbecken separat, viele von ihnen kennt der Bademeister. Das ändert aber nichts daran, dass er pünktlich jeweils 20 Minuten vor dem Ende des gebuchten Blocks alle aus dem Wasser scheucht und auch keine Rückkehr duldet, mag die spiegelglatte Oberfläche auch noch so verführerisch glitzern. Karten für 3,50 Euro gibt es nur online über www.koenigstein.de jeweils donnerstags für die Folgewoche. Maximal sechs Tickets pro Schwimmblock sind buchbar. hoff.

Waldschwimmbad Neu-Isenburg: Mit Mittagspause

Das Waldschwimmbad Neu-Isenburg liegt zwar keineswegs im Wald, sondern in einem Wohngebiet am Stadtrand. Dennoch ist es ein beschaulicher Ort mit vielen schönen alten Bäumen, die für ausreichend Schattenplätze sorgen, und einem recht weitläufigen Gelände mit einem Hügel, auf dem sich selbst an vollen Tagen meist noch ein ruhiges Plätzchen findet. Am Eingang gibt es eine beliebte Café-Terrasse und ein recht ordentliches Kioskangebot. Allzu voll wird es rund um die vier Becken derzeit allerdings nicht, denn die Corona-Regelungen sehen vor, dass sich die Besucher bis zu fünf Tage im Voraus online anmelden. Es gibt Slots für den Vormittag von 7 bis 13 Uhr und für den Nachmittag von 14 bis 20 Uhr – insbesondere die Nachmittagszeiten sind in den Ferien schnell ausgebucht.

Mittags müssen selbst die vielen Inhaber einer Geldwert-, Jahres- oder Saisonkarte (75 Euro), die ansonsten ohne Anmeldung Zugang haben, für eine Stunde das Bad verlassen, damit gereinigt werden kann. Bis auf das Sprungbecken können inzwischen Plansch- und Nichtschwimmerbecken frei genutzt werden, das 50-Meter-Becken ist dem Schwimmen in abgeteilten Bahnen für je maximal drei Personen vorbehalten – dort einen Platz zu ergattern erfordert manchmal etwas Geduld. cp.

Strandbad Spessartblick Großkrotzenburg: Fast so wie immer

Man kann den See kaum anders bezeichnen: ein Idyll. Das Wasser bleibt länger frisch und kalt als in anderen Seen, die saftige Wiese ist riesig. Es gibt schöne, alte Bäume, die Schatten spenden, die Stimmung hat etwas Familiäres. Auch viele Frankfurter und Offenbacher zieht es deshalb an den Großkrotzenburger See, der offiziell unter dem Titel Strandbad Spessartblick firmiert. Und wenn nicht gerade, wie etwa am Freitag, Rekordtemperaturen geknackt werden, dann lässt sich dort, weil das Areal so groß ist, auch meist recht problemlos Abstand halten. Vor allem wenn man zu denen gehört, die es lieben, lange und für sich zu schwimmen. Vom kleinen Sandstrand ist man schnell in der Mitte des Sees, dort kann man dann ungestört „Strecke machen“. Andere erobern das Gewässer mit Stand-up-Paddle-Boards, in einem kleinen Unterstand können die Sportgeräte ausgeliehen werden.

Vieles ist in dem von der Pandemie geprägten Sommer am Großkrotzenburger See im Grunde so wie immer. Nicht einmal ein Online-Kartenkauf wurde eingerichtet, über den Google-Eintrag des Strandbads kann man aber herausfinden, wie voll es ist. Auf eins jedoch müssen die Stammgäste verzichten: die hübschen hölzernen Badeinseln, die sonst auf dem See schwimmen. Darauf würde es sonst garantiert zu eng. ajue.

Stadionbad Frankfurt: Bad in der Menge

Zuerst sind da Zweifel. Wie kann es sein, dass es draußen bullenheiß ist, das Ticketsystem für das Stadionbad in Frankfurt aber noch freie Kapazitäten meldet? Und das an einem Wochenende? Egal. Wir buchen, erhalten das Ticket aufs Handy, fahren los. Parkplätze gibt es keine mehr. Selbst für das Fahrrad fällt es schwer, einen geeigneten Abstellplatz zu finden. Baden, das wird schnell klar, ist auch in Corona-Zeit kein Privatvergnügen. Im Gegenteil: Das Stadionbad ist proppevoll. Voller, als wir es in all den Jahren zuvor erlebt haben. In den Becken drängen sich die Menschen. Immerhin: Ein Platz auf der Liegewiese ist schnell gefunden. Sogar im Schatten. Der Nachbar liegt mindestens eine Deckenlänge von uns entfernt. Von unserem Schattenplatz aus beobachten wir das Treiben. Während auf der Wiese Abstandsregeln ohne Probleme eingehalten werden können, sieht das im Wasser anders aus. Besonders dicht drängen sich die Menschen aber vor dem Imbisswagen. Sie stehen so eng, dass sich ihre Körper fast berühren. Beim Kampf um die Currywurst scheint Corona vergessen. Uns reicht es für diesen Tag. Wir gehen. Im Wasser waren wir nicht. mali.

Freibad Kelkheim: Verstreute Handtücher in der Steppe

Siebenhundert Badegäste dürften an diesem herrlichen Vormittag in diesem herrlichen Schwimmbad sein. Aber es sind weit weniger gekommen als die wegen Corona erlaubte Höchstzahl. Auf dem versteppten Rasen des hügeligen Geländes am Waldrand liegen die Handtücher, Taschen und Menschen weit verstreut. Das Freibad Kelkheim im Stadtteil Münster ist längst nicht ausgebucht. Beim Reservieren im Internet am Tag davor waren noch 609 Plätze frei. Einen Ort im Schatten unter einem der hohen Bäume zu ergattern ist leicht.

Die roten und gelben Armbänder sind verschwunden. Nach der Wieder-Öffnung im Juni hatte das Personal sie an der Kasse und am Beckenrand ausgegeben: Wer das Bad betrat, musste sich gelb markieren, wer ins Wasser stieg, zusätzlich rot. Damit sich nicht zu viele Menschen auf zu engem Raum tummeln. Aber die Gefahr besteht gar nicht, jedenfalls nicht an diesem Freitagvormittag. Die Abstandsregeln einzuhalten, fällt nicht schwer, auch nicht beim Schwimmen im luxuriöse 50 Meter langen Becken - viele Bäder haben nur 25 Meter zu bieten. Die Kelkheimer Schwimmer sind außerdem sehr diszipliniert. Außen hin, innen zurück. Die meisten bevorzugen Brustschwimmen. Als ein jüngerer Sportsfreund ein paar Züge krault, hebt eine ältere Dame zu einem kurzen, aber lauten Schimpfkonzert an.

Johlen und Jubel auf der breiten Metallrutsche. Vor ein paar Wochen war sie noch zu. Jetzt verbringen Schulkinder den freien Vormittag damit, erst im Sitzen, dann auf Knien und schließlich in waghalsigen Schrauben ins Wasser zu gleiten. Auch das Babybecken ist wieder offen. Dort leuchten orange die Schwimmflügel der jüngsten Besucher, während die schon etwas älteren auf dem Spielplatz nebenan klettern und wippen. flf.

Seedammbad Bad Homburg: Im Kreisverkehr

Das Ritual ist längst eingeübt: auf der Website einen Termin suchen, Ticket buchen und ausdrucken, an der Kasse einscannen lassen, baden. Auch das Bad Homburger Seedammbad setzt auf die Regulierung der Besucherzahlen per Online-Kartenverkauf. Zwei Zeitfenster gibt es, von morgens bis mittags sowie nachmittags bis abends. Zwischendurch wird das schöne, in der Nähe des Kurparks gelegene Freibad eine Stunde lang gereinigt. Schön ist, dass man vor der Buchung jedesmal genau sehen kann, wie viele der insgesamt 1000 Karten pro Badeschicht noch zu haben sind. So lässt sich gut abschätzen, wie viel vor Ort tatsächlich los sein wird. Im Bad selbst geht es sehr diszipliniert zu. Wer den Mundschutz zwischen Kassenhäuschen und Liegewiese schon abnimmt, wird vom Personal – keinesfalls patzig, sondern sehr freundlich – ermahnt. Auch darüber, dass sich nicht zu viele Besucher auf der Toilette drängeln, wird aufmerksam gewacht. Und im Schwimmbecken herrscht Kreisverkehr, damit man sich nicht zu nahe kommt. Die vier Bahnen sollen nach Schwimmgeschwindigkeit genutzt werden: langsam, mittel, schnell. Das haut nicht immer hin, weil die Einschätzungen darüber, was genau die zur Kategorie passende Geschwindigkeit ist, natürlich differieren, aber im Großen und Ganzen läuft alles mustergültig rund. Und vom Sommerspaß ist trotz der neuen Regeln auch einiges geblieben: Der Sprungturm, der nach der Wiedereröffnung erst noch gesperrt war, ist wieder offen. Und die sauren Zungen, die am Badekiosk verkauft werden, schmecken sowieso so gut wie immer. ajue.

Parkbad Kriftel: Gut gespurt

Corona hat für Schwimmer einen Vorteil: Es gibt mit Leinen abgegrenzte Schwimmspuren in den Freibädern, die es vorher mit dem Verweis auf den Erholungsbadcharakter des Beckens nicht gab. An klassischen Freibadtagen mit Publikumsandrang war es also in einem Becken wie im Krifteler Parkbad kaum möglich, halbwegs gerade Bahnen zu ziehen. Stattdessen war die nicht-olympische Disziplin Slalomschwimmen angesagt. Selbst in gut gefüllten Becken ist hingegen derzeit Kraulen möglich. Im Parkbad mit seinem recht schmalen 50-Meter-Becken sind es nur zwei Spuren, jeweils gut drei Meter breit, die die Möglichkeit bieten, im angemessenen Abstand aneinander vorbei zu schwimmen. Auch Überholen ist mit ein wenig Vorausblick möglich, ohne den Mitschwimmern allzu sehr auf die Pelle zu rücken. Alleine eine Einteilung in schnellere und langsamere Spur könnte den Kreisverkehr noch etwas besser regeln. Die Leinen scheinen zudem den disziplinierenden Nebeneffekt zu haben, dass die Beckenränder nicht mehr übervölkert werden von jenen, die dort ausruhen und plaudern. Selbst eine Rollwende ist also derzeit möglich. Rund ums Becken geht es in Kriftel bis auf die Sperre der Kinderrutsche fast normal zu. Der Babybereich ist geöffnet, die breiten Wege und die geräumigen Grünanlagen erfordern keine weiteren einschneidenden Maßnahmen wie einen Einbahnstraßenverkehr. dme.

Quelle: F.A.Z./dme./weth./sug./hs./sede./hoff./cp./ajue./mali./flf./luar.
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