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Wie erkläre ich’s meinem Kind?

Was an Äpfeln so gesund ist

Von Lucia Schmidt
 - 22:01

Jetzt gibt es die Kolumne „Wie erkläre ich's meinem Kind?“ auch zum Hören – und zum Abonnieren, als Podcast. Auch diese Folge.

Kinder kennen das: Da wird die Frühstücksdose in der Schule oder dem Kindergarten erwartungsvoll aufgeklappt – und was ist drin? Kleingeschnittene Äpfel und wieder kein Schokoriegel. Eine große Enttäuschung. Beschweren sich die Kleinen dann am Nachmittag über diesen Pausensnack bei ihren Eltern, lautet deren Antwort meist: „Ich meine es doch nur gut.“ Was übersetzt so viel heißt wie: Ich will, dass du gesund und fit bleibst. Ein gängiges Argument, wenn Kinder Obst und Gemüse essen sollen.

Im Fall des Apfels muss man aber leider sagen, man sollte auf die Eltern hören. Der Apfel ist ein Lebensmittel, das immens zu unserem Wohlbefinden beitragen kann. Das ist vermutlich auch der Grund, warum der Apfel seinen ganz eigenen Feiertag hat: Heute ist der Tag des Apfels.

Im Jahr werden in Deutschland von jedem Einwohner im Durchschnitt rund 17 bis 19 Kilo Äpfel gegessen. Es gibt rund 20.000 verschiedene Apfelsorten, in unseren Supermärkten finden wir davon aber nur einen Bruchteil.

Grundsätzlich haben alle Äpfel ähnliche Inhaltsstoffe, diese können aber in ihrer Zusammensetzung etwas schwanken. Besonders beim Vitamin-C-Gehalt ist das auffällig, so besitzen rote Apfelsorten in der Regel mehr Vitamin C als etwa der grüne Apfel Granny Smith.

Vitamin C benötigt unser Körper unter anderem, um Bindegewebe neu aufzubauen sowie bestimmte Botenstoffe und Hormone zu bilden. Es unterstützt die Arbeit des Immunsystems und die Eisenaufnahme. Neben viel Vitamin C stecken im Apfel auch noch reichlich andere Vitamine wie B und E. Außerdem sind in Schale und Fruchtfleisch eine Menge an Mineralien wie Kalzium, Magnesium oder Kalium zu finden. Solche Mineralien benötigt unser Organismus zum Beispiel, um Knochen und Zähne, aber auch Blutzellen aufzubauen. Kalium etwa, das sich viel in Äpfeln findet, ist mit dafür verantwortlich, dass unsere Nerven die Informationen schnell und präzise weitergeben. Außerdem ist es daran beteiligt, dass sich unsere Muskeln bei Bewegung ausreichend kontrahieren können.

Besonders hervorzuheben sind beim Apfel die sogenannten Flavonoiden. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die unter anderem für die Farbe von Pflanzen verantwortlich sind und diese vor Umwelteinflüssen schützen. Den Menschen können sekundäre Pflanzenstoffe vor Zellschäden bewahren, sie können blutdrucksenkend und entzündungshemmend wirken und das Immunsystem stärken.

Aber der Apfel hält uns nicht nur fit, er kann auch dazu beitragen, dass wir schneller wieder gesund werden. So ist das Essen von geriebenem Apfel ein altes Hausmittel bei Durchfall. Das liegt an dem Ballaststoff Pektin im Apfel. Pektin quillt im Darm, nimmt dadurch Flüssigkeit auf und verdickt so den dünnen Stuhl.

Dass Äpfel unser Immunsystem und unsere Fitness stärken, darüber sind sich Wissenschaftler mittlerweile einig. Immer wieder gibt es aber auch Meldungen aus der Forschung, die nahelegen, dass der Verzehr von Äpfeln auch das Risiko senkt, einen Schlaganfall zu bekommen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt dazu, dass tatsächlich bestimmte Studien diesen Zusammenhang nahelegen, sicher bewiesen sei es aber nicht. Allgemein gilt deshalb laut der Gesellschaft: Insgesamt schützt eine obstreiche Ernährung vor einem Schlaganfall, es muss also nicht immer Apfel, es können auch mal etwa Bananen oder Trauben sein.

Bleibt zuletzt noch die im Moment immer wieder diskutierte Frage: Sollen der Gesundheit zuliebe lieber alte Apfelsorten wie Roter Boskop in die Frühstücksbox oder eine der neueren wie Retina? Dazu sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: „Alte Apfelsorten weisen ein geringeres allergenes Potential auf.“ Wer in dieser Beziehung also empfindlich ist, sollte um die neueren Sorten einen Bogen machen, außer man kocht sie. Denn durch das Erhitzen würden alle Äpfel ihre allergene Wirkung verlieren, heißt es von der Gesellschaft. Deshalb könnten auch Allergiker Apfelkuchen essen. Oft genüge es sogar schon, die Äpfel an der Luft braunwerden zu lassen.

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Übrigens, da die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe direkt unter der Schale im Apfel liegen, sollte man Äpfel möglichst mit Schale verzehren. Ob das unbedingt jeden Tag sein muss, wie der bekannte Spruch: "An apple a day keeps the doctor away - Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern" nahelegt, sei mal dahingestellt. Aber sicher ist, wer regelmäßig Äpfel isst, der tut wirklich etwas für seine Gesundheit und darf sich dann auch ab und zu mal einen Schokoriegel gönnen. Gerade weil Äpfel, anders als Schokolade, nicht auf die Hüften gehen. Bei 58 Kalorien pro 100 Gramm Apfel muss man sich keine Sorgen machen, dass die Hose demnächst nicht mehr passt.

Quelle: FAZ.NET
Lucia Schmidt
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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