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Wie erkläre ich’s meinem Kind?

Wie gesundes Essen und Geschmack zusammenhängen

Von Jakob Strobel y Serra
Aktualisiert am 17.01.2020
 - 06:22
Einfach mal am Apfel riechen!
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Essen, das gesund ist, kann nicht gut schmecken? Wer das glaubt, sollte mal ein kleines Experiment im Super- und auf dem Wochenmarkt machen. Wenn nur eine Tausende Jahre alte Vorliebe nicht wäre!

Das wäre mal ein kleines Experiment das nächste Mal im Supermarkt – in so einem, der damit wirbt, wie billig man bei ihm einkaufen kann: Dort schnappt man sich einen Apfel, eine Karotte, eine Gurke und riecht daran. Und das nächste Mal auf einem Wochenmarkt macht man genau dasselbe: Obst und Gemüse packen und unter die Nase halten. Wahrscheinlich wird man dann feststellen, dass die Sachen vom Wochenmarkt viel stärker und viel besser duften als die Sachen aus dem Supermarkt. Und dass sie auch viel besser schmecken, ist dann keine große Überraschung mehr.

Das kommt so: Die Lebensmittel im Supermarkt werden oft von großen Firmen in riesigen Gewächshäusern angebaut. Dort muss man sie mit lauter Giftzeug bespritzen, damit sie nicht kaputtgehen, und danach müssen sie auch noch in Lastwagen tagelang aus Spanien oder Italien und manchmal sogar in Schiffen aus China oder Südamerika zu uns gebracht werden. Das Obst und Gemüse vom Wochenmarkt stammt dagegen meist von kleinen Bauern aus der Umgebung. Es muss kaum gespritzt und auch nicht lange transportiert werden – was ja auch viel gesünder ist – und verliert deshalb weder seinen Duft noch seinen Geschmack. Und schon hat man den Beweis: Gesundes Essen ist nicht nur besser als ungesundes, sondern schmeckt auch besser.

Das mit dem Geschmack und der Gesundheit ist allerdings eine komplizierte Sache. Denn unser Körper veräppelt uns andauernd. Bis vor gar nicht so langer Zeit ging es den Menschen viel schlechter als jetzt. Sie hatten kaum genug zu essen und waren froh um jeden Bissen. Besonders süße Dinge mochten sie, weil Zucker viel Energie gibt, die Menschen früher bei all der harten Arbeit, auf dem Acker zum Beispiel, gut gebrauchen konnten. Daran hat sich unser Körper viele tausend Jahre lang gewöhnt, und so schnell kriegen wir das nicht aus ihm raus. Das machen sich die großen Lebensmittelfirmen zunutze, die in ihre Fertigprodukte haufenweise Zucker reinschmeißen, nicht nur in Schokolade und Gummibärchen, sondern auch in Jogurt oder Apfelsaft, Fertig-Pizza oder Spaghetti-Sauce.

Im ersten Moment schmeckt uns das gut, weil unser Körper Zucker ja so gerne hat. Aber wer genau kostet, wird bald feststellen, dass diese Sachen in Wahrheit gar nicht gut, sondern immer gleich schmecken, nämlich zuckersüß. Geschmack kann man jedoch lernen, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt. Wer das tut, wird reich belohnt. Denn dann merkt man, wie viele verschiedene Aromen es gibt. Und supergesund sind sie außerdem, weil sie ja nicht mit Zucker verkleistert werden. Ein selbst gepresster Orangensaft schmeckt tausendmal besser als einer aus der Flasche und hat auch viel mehr Vitamine. Und eine selbst gemachte Pizza mit frischen Zutaten ist einfach unschlagbar.

Das liegt daran, dass gesunde Sachen deswegen besser schmecken als ungesunde, weil sie so gewachsen sind, wie es ihrer Natur entspricht. Ein tiefgefrorenes Billighuhn aus dem Supermarkt wird in nur dreißig Tagen mit Kraftfutter in einem Maststall großgezogen, in dem pro Tier weniger Platz als ein normales Blatt Din-A4-Papier vorgeschrieben ist, und dann geschlachtet – es schmeckt wie Pappe. Ein Huhn vom Bio-Bauern durfte dreimal so lange leben, Kräuter und Gräser fressen – und schmeckt ganz wunderbar, so kräftig und würzig, wie Hühner eigentlich schmecken. Solche Beispiele gibt es unzählige. Man denke nur an die Fische, die im Meer herumschwimmen dürfen und nicht in engen Becken voller doofer Medikamente leben müssen, die sie vor Krankheiten schützen. Es ist also ein doppelt guter Rat: Gesund essen und es sich dabei schmecken lassen!

Noch mehr Antworten auf neugierige Kinderfragen
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Eine illustrierte Auswahl von Beiträgen unserer Kolumne „Wie erkläre ich’s meinem Kind?“ ist bei Reclam erschienen.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Strobel y Serra, Jakob (str.)
Jakob Strobel y Serra
stellvertretender Leiter des Feuilletons.
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