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Wie erkläre ich’s meinem Kind?

Die Sache mit dem Weihnachtsbaum

Von Fridtjof Küchemann
Aktualisiert am 04.12.2015
 - 14:07
Blütentraum statt Tannengrün: Früher wurden Kirschzweige zu Weihnachten geschmückt.
So lange stellen sich die Leute zu Weihnachten geschmückte Tannenbäume noch gar nicht ins Wohnzimmer. Davor war eine andere Idee verbreitet, das Haus festlich zu schmücken. Sie funktioniert heute noch.

Weihnachtsbräuche, könnte man meinen, gibt es schon seit Ewigkeiten. Die Wintersonnenwende, wenige Tage vor unserem heutigen Weihnachtsfest, wird seit vielen Tausenden von Jahren gefeiert. Die Geschichte von der Geburt in der Krippe ist zweitausend Jahre alt. Gefeiert wird ihre frohe Botschaft in Kirchen, die oft Jahrhunderte alt sind. Und auch vieles an der Art, wie wir zu Hause Weihnachten feiern, wirkt, als sei alles, wie es schon immer war.

Schon im Mittelalter gab es ganz besonders viel zu essen zum Fest: Man glaubte, dass das kommende Jahr dadurch gesegnet würde. Und schon Martin Luther hat seine Kinder zu Christi Geburt beschenkt, für sie zu Hause eine Krippe aufgebaut und mit ihnen gesungen. Doch nicht nur viele Weihnachtslieder sind deutlich jünger, als man erst einmal denken würde, sondern auch manche Bräuche. Sogar der Christbaum, für viele heute Inbegriff des Weihnachtsfests, steht noch gar nicht lange in fast allen Wohnzimmern.

Der Brauch wiederum, überhaupt Bäume zu schmücken, ist eigentlich alt: Im antiken Rom wurden zur Wintersonnenwende Bäume geschmückt, aus dem Mittelalter stammen die Maibäume, die es heute vor allem in Süddeutschland noch gibt. Aber dass man sich zu Weihnachten einen geschmückten Tannenbaum in die Stuben stellt, ist ein erstes Mal in Straßburg aufgeschrieben worden, erst im Jahr 1605.

Es dauerte noch ein paar Jahre, bis jemand auf die Idee kam, auch Kerzen an den Baum zu stecken. Und auch über hundert Jahre später, 1734, also in dem Jahr, als Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ein erstes Mal aufgeführt wurde, war es eine Kuriosität: Damals wurde für die fünf Jahre alte Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst ein Weihnachtsbaum geschmückt, und das war eine solche Seltenheit, dass wir bis heute in den Büchern davon lesen können. Später wurde aus der Prinzessin die mächtige Zarin Katharina die Große von Russland.

Obstblütenzweige

In den letzten zweihundert Jahren hat sich der Brauch in der ganzen Welt verbreitet. Und ein anderer Brauch ist darüber in Vergessenheit geraten: Wer rechtzeitig einen Kirsch- oder Apfelbaumzweig abschneidet und in die Vase stellt, kann sich zu Weihnachten an seinen Blüten erfreuen. Der richtige Tag dafür, die Zweige abzuschneiden, ist der Barbaratag. Die Heilige lebte im 3. Jahrhundert in Nikomedia in der heutigen Türkei und wollte als junge Frau Christin werden, obwohl ihr Vater dagegen war. Damals waren noch sehr wenige Menschen Christen, sie wurden beargwöhnt und verfolgt. Ihr Vater hat Barbara eingesperrt und furchtbar gequält, um sie davon abzubringen. Auf dem Weg ins Gefängnis, geht die Geschichte, sei sie mit ihrem Mantel an einem Zweig hängen geblieben, habe ihn mitgenommen und in eine Vase gestellt.

Obstbaumblüten sind wunderschön, und wenn es draußen kalt und grau ist, sind sie eine Augenweide, fast auch ein Weihnachtsgeschenk für sich. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Knospen entwickeln und ob sie es rechtzeitig zum Fest schaffen. Der Barbaratag ist der 4. Dezember, also dieser Freitag. Also los.

Quelle: FAZ.NET
Fridtjof Küchemann  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Fridtjof Küchemann
Redakteur im Feuilleton.
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