FAZ plus ArtikelKlimakatastrophen-Forschung

Wo bitte geht es zum Abgrund?

Von Joachim Müller-Jung
17.08.2022
, 08:59
Extremes Niedrigwasser im Rhein, die Folge eines akuten Wassermangels, aber auch einer historischen Dürre, die seit Jahren andauert.
Eine Frage des Überlebens: Die Klimakatastrophe hat den nuklearen Ernstfall als größte Menschheitsgefahr abgelöst. Nun will die Forschung die Apokalypse auch zu Ende denken.
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Die unfassbar vielen geschundenen Fischleiber, die immer noch tonnenweise aus der für sich schon malträtierten Oder geborgen und entsorgt werden, sie sind alle tot. Verrottet viele, stinkend ganz sicher. Und dennoch wirkt es in manchen Szenen so, als wollten ihre unschuldigen Kadaver zu uns zu sprechen: Klagen über die ökologischen Entgleisungen, die zu der Katastrophe führten und deren Ursachen so schwer zu fassen sind, über Scham und Schuld, und auch, das vor allem, über das Ende. Über massenhaftes, gleichzeitiges Sterben.

Der Begriff Katastrophe ist mit massenhaftem Leid und Tod eng verknüpft, weshalb er für das Fischsterben von Anfang an wie selbstverständlich verwendet wurde. Viel ungezwungener jedenfalls, als vielen Kommentatoren die Katastrophe über die Lippen kommt, wenn sie sich mit der extremen Dürre dieser Tage beschäftigen. Eine Rolle spielt sicher, dass man Hitze und Trockenheit kennt, auch in ihren Extremen kehren sie immer wieder. Dass beides aber irgendwann, in vielleicht nicht allzu ferner Zeit, dazu führen könnte, dass die Menschen wie die Fische dahinsiechen, massenhaft und wehrlos, dafür reicht die Fantasie selten. Im Film schon, das ist klar, auch in der Literatur. Die Weltuntergangsfiktionen sind fester Bestandteil der westlichen Kultur. Aber im Leben, in der Realität?

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Joachim Müller-Jung- Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
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Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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