FAZ plus ArtikelChristoph Ransmayr im Gespräch

Töten ist unser Leben

Von Andreas Platthaus
10.04.2021
, 14:59
Ein Gespräch mit Christoph Ransmayr über seinen neuen Roman „Der Fallmeister“, über das Gebirge und das tosende Wasser und über den Trost des Todes.

Wie muss ich mir derzeit die Existenz eines derart Weit- und Weltgereisten wie Ihnen vorstellen?

Ach, die ist nicht so sehr verschieden vom Leben vor der Seuche. Jeder trägt doch, was er gesehen, gehört, erlebt oder getan hat, mit sich im Kopf herum, und vieles davon wird im Alleinsein oder auch in der Isolation wieder gegenwärtig – erst recht hier in den Bergen des Salzkammerguts mit Blick auf den Traunsee in der Tiefe und auf die Ketten des Toten Gebirges und Höllengebirges. Die Welt ist nie allzu weit weg. Von diesem Haus aus, in dem ich mich jetzt seit mehr als einem Jahr mit wenigen Unterbrechungen aufhalte, gibt es endlose Routen für den Mountainbiker, den Kletterer, den Bergwanderer. Wer auch nur acht oder zehn Stunden durchs Tote Gebirge gegangen ist, über weglose Hochflächen und Grate, der hat eine sehr weite Reise gemacht. Und kommt zurück wie von einem anderen Stern.

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Andreas Platthaus - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Platthaus
Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.
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