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FAZ plus ArtikelKontrollierte Professoren

Das Präsidium spricht Klartext

Von Markus Steinmayr
Aktualisiert am 25.09.2019
 - 10:13
Die Macht der Präsidien wächst an den Universitäten
Die Hochschulen klagen über Geldmangel. Wenn es darum geht, sinnlose Stabsstellen zu schaffen und Wissenschaftler zu kontrollieren, ist aber immer genug da. Der Ton wird rauher.

Die deregulierte Universität ist eine Meisterin in der Produktion von immer neuen Textsorten. Zu den prägenden Texten gehören die Entwicklungs- und Controllingberichte der Fakultäten, Institute und der Verwaltung. Begleitet werden diese Berichte von einer ebenfalls bisher unbekannten Textsorte. Sie regelt die Beziehungen zwischen der Universität und den Landesministerien, der Universitätsleitung und der Fakultät, und sie definiert die wechselseitigen Erwartungen zwischen Professoren und ihren Universitäten. Es handelt sich um die berühmten Ziel- und Leistungsvereinbarungen.

Die Selbstberichte der Verwaltung und der Fakultäten gegeneinander zu lesen offenbart ein ziemlich eindeutiges Bild der Kontrollmaßnahmen, die die gegenwärtige Universität bestimmen. Die neue Steuerung von Universitäten, deren Leitbegriffe „Autonomie“, „Selbstverantwortung“ und „Verträge“ lauten, erscheint nur vordergründig als Reform des Hochschulmanagements. Innerhalb der Universität lässt sie sich als gigantische Mittelverschiebung beschreiben. „Hochschulen“, heißt es in den „Empfehlungen zur Hochschulgovernance“ des Wissenschaftsrats aus dem Jahre 2018, „brauchen eine adäquate Governance, um ihre Aufgaben zu erfüllen, ihre Entwicklung zu organisieren und die Wissenschaftsfreiheit ihrer Mitglieder zu schützen.“

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Der Autor lehrt Literaturwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen.

Quelle: F.A.Z.
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