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Interview-Reihe „Auf ein Wort“

Pendeln aus Berlin

Von Tom Schmidtgen
 - 11:20

Was liegt an diese Woche?

Camilla Schmider: Ich muss das Semester abschließen, zum Beispiel ein Booklet für das letzte Projekt machen. Das war eine Materialstudie zu Glas. Ein wenig bereite ich auch schon das neue Semester vor. Dann mache ich ein freies Projekt, bei dem ich mir das Thema und die Fragestellung selbst aussuche.

Was gefällt Ihnen an dem Fach, das Sie studieren?

Das Studium ist sehr offen und frei. Ich lebe in Berlin und studiere trotzdem hier. Dadurch muss ich mich nicht institutionell festlegen. Außerdem möchte ich mich nicht auf Industriedesign beschränken. Hier kann ich selbst herausfinden, wo die Reise hingeht.

Und was stört Sie?

Manchmal die gleiche Offenheit. Sie ist auch mit einem Zwang verbunden, zu definieren, wo die Reise hingeht.

Was wollten Sie Ihrem Hochschulrektor schon immer mal sagen?

Was ich ihm sagen will, das sage ich ihm immer persönlich. Ich spreche ihn regelmäßig, weil ich Mitglied des Senats bin.

Ihr Lieblingsort in der Hochschule?

Die Cafeteria. Hier kommt früher oder später jeder mal vorbei.

Und wohin gehen Sie auf keinen Fall, wenn Sie nicht müssen?

In die Werkstätten. Die sind oft dann voll, wenn ich Hilfe brauche, und leer, wenn ich nichts zu tun habe.

Wo ist in der Hochschule der beste Ort zum Flirten?

Da kann ich nichts zu sagen.

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Wie wohnen Sie?

Ich wohne in Berlin und studiere trotzdem hier. Wenn ich unter der Woche Veranstaltungen besuche, lebe ich bei meiner Schwiegermutter in spe. Und ich pendle mit dem Zug nach Berlin. Das ist deutlich günstiger.

Wie finanzieren Sie Ihr Studium?

Ich arbeite freiberuflich im Jungen Museum Frankfurt und gebe dort Workshops für Jugendliche. In Berlin arbeite ich auch in einem Museum, aber da verdiene ich nicht so viel Geld. Und ich bekomme etwas Unterstützung von meinem Lebensgefährten.

Wo gehen Sie abends am liebsten hin?

Da bin ich voll langweilig. Ich gehe nach Hause ins Bett.

Was gefällt Ihnen an Offenbach, was nicht?

An Offenbach gefällt mir richtig gut, dass es so international und unprätentiös ist. Hier ist es egal, wie du herumläufst. Es gibt immer jemanden, der schlimmer, extrovertierter oder schicker aussieht. Es spielt hier einfach keine Rolle. Mir gefällt nicht, dass es schmutzig ist und dass Leute keinen Sinn dafür haben, wie man mit der Umwelt umgeht.

Was wollen Sie nach dem Studium machen?

Das ist noch ein bisschen offen. Entweder mache ich mich selbständig mit einem kleinen Unternehmen oder werde weiter in der Museumspädagogik arbeiten. Ich werde noch ein Jahr studieren.

***

Camilla Schmider (30 Jahre) studiert an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach im neunten Semester Design.

Die Fragen stellte Tom Schmidtgen

Quelle: F.A.Z.
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