Oscar-Verleihung 2020

„Parasite“ im Siegestaumel

10.02.2020
, 03:03
Die Preise sind verliehen: Joaquin Phoenix und Renée Zellweger sind die besten Hauptdarsteller, Brad Pitt und Laura Dern bekommen ihre ersten Oscars als Nebendarsteller. „Parasite“ legt überraschend einen Siegeszug bis zum Hauptpreis hin.

„Parasite“ heißt der Gewinner des Abends. Der Film des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho über eine Familie, die sich in einem reichen Haushalt einnistet, gewann schließlich sogar den Oscar für den besten Film – es ist das erste Mal überhaupt, dass der Hauptpreis an einen Film geht, der nicht in englischer Sprache gedreht wurde. Auch als bester Regisseur wurde Bong ausgezeichnet.

Als bester Hauptdarsteller wurde Joaquin Phoenix für seine Verkörperung des „Joker“ ausgezeichnet, jenes Batman-Widersachers mit dem irren Lachen. Die Adaption von Todd Phillips nimmt die Comicgestalt ernst und versieht sie mit düsteren Zügen. Renée Zellweger wurde für ihre Verkörperung von Judy Garland in „Judy“ als beste Hauptdarstellerin bepreist.

Brad Pitt gewann einen Oscar als bester Nebendarsteller. Er wurde für seine Rolle in dem Quentin-Tarantino-Film „Once Upon a Time in Hollywood“ ausgezeichnet. Es war die erste Auszeichnung, die bei der 92. Filmpreis-Gala vergeben wurde. Pitt spielt in dem nostalgischen Film über das Hollywood der sechziger Jahre das Stuntdouble eines abgehalfterten Westernstars, den Leonardo DiCaprio verkörpert. Es ist der erste Schauspiel-Oscar für Pitt; 2014 hatte er als Mit-Produzent des Sklavendramas „12 Years a Slave“ einen Oscar für den besten Film bekommen.

Der Oscar für die beste Nebendarstellerin geht an Laura Dern. Sie wurde für ihre Darstellung einer kämpferischen Scheidungsanwältin in Noah Baumbachs Drama „Marriage Story“ geehrt. Dern vertritt darin Nicole (gespielt von Scarlett Johansson), die sich von ihrem Noch-Ehemann Charlie (Adam Driver) scheiden lassen will. Es ist der erste Oscar für Dern. „Marriage Story“ ist ein von Netflix produzierter Film.

Die Filme „1917“ und „Le Mans 66“ teilen die technischen Kategorien unter sich auf. Die junge isländische Komponistin Hildur Guðnadóttir bekommt den Oscar für den besten Soundtrack für „Joker“, der beste Filmsong stammt von Elton John für „Rocket Man“.

Alle Oscar-Gewinner im Überblick

Bester Nebendarsteller: Brad Pitt in „Once Upon a Time in Hollywood“

Bester Animationsfilm: „Toy Story 4: Alles hört auf kein Kommando“

Bester animierter Kurzfilm: „Hair Love“

Bestes Originaldrehbuch: Bong Joon-ho und Han Jin-won für „Parasite“

Bestes Drehbuch nach einer Vorlage: „Jojo Rabbit“

Bester Kurzfilm: „The Neighbors' Widow“

Bestes Szenenbild: Barbara Ling und Nancy Haigh für „Once upon a Time in Hollywood“

Bestes Kostümdesign: Jacqueline Durran für „Little Women“

Bester Dokumentarfilm: „American Factory“

Bester Dokumentar-Kurzfilm: „Learning to Skateboard in A Warzone (If You’re a Girl)“

Beste Nebendarstellerin: Laura Dern in „Marriage Story“

Bester Tonschnitt: „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, Donald Sylvester

Bester Ton: „1917“, Mark Taylor und Stuart Wilson

Beste Kamera: Roger Deakins für „1917“

Bester Filmschnitt: Andrew Buckland und Michael McCusker, „Le Mans 66“

Beste visuelle Effekte: „1917“, Guillaume Rocheron, Greg Butler und Dominic Tuohy

Bestes Make-up und beste Frisuren: „Bombshell“, Vivian Baker, Kazu Hiro und Anne Morgan

Bester internationaler Film: „Parasite“, Südkorea

Bester Soundtrack: Hildur Guðnadóttir für „Joker“

Bester Song: „(I’m gonna) Love Me Again“ aus „Rocket Man”, Elton John

Beste Regie: Bong Joon-ho für „Parasite“

Bester Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix für „Joker“

Beste Hauptdarstellerin: Renée Zellweger für „Judy“

Bester Film: „Parasite“

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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