Filmfestspiele von Cannes

„Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund gewinnt Goldene Palme

28.05.2022
, 21:58
Pure Freude: Der schwedische Regisseur Ruben Östlund in Cannes
Bei der 75. Ausgabe der bedeutendsten Filmverleihung Europas hat ein schwedischer Regisseur groß abgeräumt. Sein kapitalismuskritischer Film erhielt den Hauptpreis. Auch die Dardenne-Brüder aus Belgien bekamen eine Auszeichnung.
ANZEIGE

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an den Film „Triangle of Sadness“ des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. Die Satire hat sich gegen 20 andere Wettbewerbsbeiträge durchgesetzt. Entschieden hat eine Jury unter dem Vorsitz des französischen Schauspielers Vincent Lindon.

„Triangle of Sadness“ ist eine Satire auf die Welt von Influencern und Superreichen. Er spielt unter anderem auf einer Luxusjacht. Nachdem diese von Piraten gekapert wird, stranden ein paar der Schiffsreisenden auf einer Insel, wo die Hierarchien umgekehrt werden. „Triangle of Sadness“ handelt von der Absurdität des Kapitalismus, Machtverhältnissen und von sozialer Ungleichheit.

ANZEIGE

Östlund gewann bereits 2017 für „The Square“ die Goldene Palme.

Mit dem Großen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, wurden in diesem Jahr die französische Filmemacherin Claire Denis („Stars at Noon“) sowie der Belgier Lukas Dhont für „Close“ geehrt. Der Preis für die beste Regie ging an Park Chan-wook („Decision to Leave“).

Die iranische Schauspielerin Zar Amir Ebrahimi nahm den Preis als beste Schauspielerin entgegen. Sie verkörpert in „Holy Spider“ von Ali Abbasi eine mutige Journalistin, die einem Serienmörder auf der Spur ist.

Als bester Schauspieler wurde der Südkoreaner Song Kang-ho für seine Rolle in „Broker“ von Hirokazu Koreeda gewürdigt. Der Preis der Jury wurde an „Le Otto Montagne“ von Charlotte Vandermeersch und Felix Van Groeningen sowie zu gleichen Teilen an „EO“ von Jerzy Skolimowski vergeben. Der Schwede Tarik Saleh wurde mit dem Preis für das beste Drehbuch für seinen Film „Boy from Heaven“ geehrt.

Bekamen einen Spezialpreis bei der 75. Ausgabe der Filmfestspiele in Cannes: die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne
Bekamen einen Spezialpreis bei der 75. Ausgabe der Filmfestspiele in Cannes: die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne Bild: Reuters

Eine Auszeichnung erhielten auch die belgischen Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne. Ihr Spezialpreis war extra zu diesem Jubiläumsjahr ins Leben gerufen worden, sagte Jury-Präsident Vincent Lindon. Die Dardenne-Brüder waren bereits mit vielen Filmen in Cannes eingeladen und gewannen zweimal den Hauptpreis Goldene Palme (1999: „Rosetta“, 2005: „Das Kind“). Dieses Jahr lief ihr Film „Tori and Lokita“ im Wettbewerb.

ANZEIGE

Das Werk erzählt von den jungen Migranten Tori und Lokita, die sich auf der Flucht kennengelernt haben und sich nun als Geschwister ausgeben, um Lokita (Joely Mbundu) einen Aufenthaltsstatus in Belgien zu ermöglichen. Doch die Behörden erkennen das nicht an, und Lokita läuft Gefahr, zurück zu müssen. Um Geld zu verdienen, arbeiten die beiden nachts als Drogenkuriere. Schließlich willigt Lokita in einen Job ein, der verhängnisvoll enden wird.

Die belgische Schauspielerin Virginie Efira, Moderatorin der Zeremonie, hatte die Abschlussveranstaltung eröffnet. Sie würdigte zum Auftakt der Veranstaltung die Filme des Festivals, die „die wahrhaftige politische Kraft der Kultur demonstriert“ hätten.

ANZEIGE
Quelle: dpa/frez.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Bildungsmarkt
Alles rund um das Thema Bildung
Sprachkurs
Verbessern Sie Ihr Englisch
Sprachkurs
Lernen Sie Französisch
ANZEIGE