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FAZ plus ArtikelRegisseurin Nadine Labaki

„Ich will Menschen zwingen hinzuschauen“

Von Maria Wiesner
 - 20:41
Ausgezeichnet: Nadine Labaki (hier in Marrakesch) erhielt in Cannes für Capernaum den Preis der Jury.zur Bildergalerie

Frau Labaki, Ihr Film trägt den Titel „Capernaum“. Warum?

Eigentlich ist Capernaum der Name eines biblischen Dorfes, das Jesus verflucht hat. Der Name wurde später zum Synonym für Unordnung und einen Ort, an dem alle Dinge drunter und drüber gehen. Im Französischen ist es ein geflügeltes Wort für Chaos. Während wir am Film arbeiteten, schrieben wir die Dinge an eine Tafel, von denen der Film handelt. Sie sind alle miteinander verwoben: Kinderarbeit, Armut, Menschen ohne Ausweispapiere, die Flüchtlingskrise, Kinderheirat. Man kann über das eine nicht ohne das andere reden. Und während wir diese Übersicht aufstellten, entfuhr es mir: „C’est un capharnaüm.“ Es ist komplettes Chaos, in dem wir leben.

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Nadine Labaki

Geboren 1974 in Beirut, tat Nadine Labaki sich als Schauspielerin, mit Musikvideos und als Lokalpolitikerin hervor. „Capernaum“ ist ihr dritter Langfilm. 2018 wurde sie in die Oscar-Akademie berufen.

Quelle: F.A.Z. Woche
Autorenporträt / Wiesner, Maria
Maria Wiesner
Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.
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