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Hollywoodstar James Caan 80

Aus Junior ist endgültig Senior geworden

Von Bert Rebhandl
Aktualisiert am 26.03.2020
 - 06:58
James Caan 2003 in Lars von Triers „Dogville“
Marlon Brando und John Wayne nannten ihn ihren Sohn im Kino – jetzt ist der begabte junge Mann endgültig ein alter Klassiker geworden. Zum Achtzigsten des Schauspielers James Caan.

„Ich bin kein Sohn“, protestiert ein junger Mann namens Alan Bourdillion Traherne in dem Western „El Dorado“ von Howard Hawks aus dem Jahr 1966. Er wurde von einem legendären Revolverhelden gerade ein wenig leutselig als „son“ angesprochen. Niemand Geringerer als John Wayne spielte damals den alten Recken, sein „Sohn“ hingegen betrat Mitte der sechziger Jahre gerade die Szene: James Caan. Die Sache mit derAutorität spielte dann auch noch einmal eine entscheidende Rolle in dem Film, in dem Caan wenige Jahre später seine Sternstunde hatte: In Francis Ford Coppolas „Der Pate“ war er Sonny, der loyale Sohn des Mafiapaten Vito Corleone. Sonny fehlt es an der strategischen Kälte, mit der sein Vater vorgeht, unnachahmlich gespielt von Marlon Brando.

James Caan traf damals auf die einige der bedeutendsten Kollegen seiner Generation, auf Al Pacino und Robert Duvall.
„Der Pate“ schuf eine neue Ordnung im amerikanischen Starsystem, und James Caan brachte alles mit, um in der ersten Reihe zu bestehen. Der Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland war in New York aufgewachsen. Sein Vater, ein Fleischhauer, ermöglichte ihm eine gute Schulausbildung. Schon an der Hofstra University traf Caan zum ersten Mal auf Coppola. Und an der Neighborhood Playhouse School fand er dann eine Ausbildung für seinen Traumberuf. Über den Broadway und das Fernsehen fand er schließlich ins Filmgeschäft.

Nach der Rolle des Sonny Corleone spielte Caan erfolgreiche Hauptrollen (vor allem in „Funny Lady“ mit Barbra Streisand). Aber er haderte auch immer wieder mit dem Filmgeschäft, und schlug potentiell große Rollen aus. Stattdessen führte er 1978 bei „Hide in Plain Sight“ selbst Regie, und spielte dabei einen Vater, der seine Kinder sucht, die in einem Zeugenschutzprogramm versteckt sind.

In den achtziger Jahren geriet Caan in eine tiefe Krise. Er nannte den frühen Tod seiner Schwester als Hauptgrund, und kämpfte vor allem mit einer Kokainsucht. Noch Jahre später, als sein Name im Zusammenhang mit dem Skandal um die Callgirls von Heidi Fleiss auftauchte, sprach er davon, dass er nie für Sex bezahlt hatte, außer mit Drogen. Es war dann Francis Ford Coppola, der ihm 1987 mit dem Vietnam-Drama „Gardens of Stone“ ein Comeback ermöglichte.

Seither hat seine Filmographie noch einige Meilensteine hinzubekommen: In Wes Andersons Debüt „Bottle Rocket“ (1996) hat er die markante Nebenrolle des Mr. Henry, in die er auch seine Leidenschaft für Karate einbringen konnte. Lars von Trier besetzte ihn im experimentellen Theaterfilm „Dogville“. Von 2003 bis 2008 hatte Caan eine Hauptrolle in der Fernsehserie „Las Vegas“. 2016 machte er von sich reden, als er sich im Wahlkampf um die Präsidentschaft für Donald Trump aussprach, in der wohl irrigen Hoffnung, „that his ego won't get in the way“. Die Einstellung zum Staat Israel war dabei ein entscheidendes Motiv. An diesem Donnerstag wird James Caan 80 Jahre alt.

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Filmtrailer
„Funny Lady“

Quelle: F.A.Z.
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