FAZ plus ArtikelZum Tod von Chadwick Boseman

Ein sehr begabter Erbe, der selbst Großes hinterlässt

Von Verena Lueken
30.08.2020
, 14:56
Mit wenigen, aber hochsymbolischen Rollen wurde er ikonisch: Zum Tod des Filmschauspielers Chadwick Boseman, der den ersten schwarzen Superhelden erfolgreich machte.

Seine Wurftechnik war Gold wert. Seine Tanztechnik riss die Menschen von den Stühlen. Sein Gang hatte Groove, und er trug sein Kinn sehr hoch oder sehr tief. Das war Chadwick Boseman in Filmen über Jackie Robinson und James Brown, und spätestens 2014, als er James Brown spielte, war klar, mit dieser Ausstrahlung wird auch aus Chadwick Boseman ein Star, wenn alles gut geht, was in Hollywood nicht immer der Fall ist. Dann kam die Rolle als „Black Panther“, als erster schwarzer Superheld im riesigen Franchise-Unternehmen von Marvel. Das war neu. Ein fast rein schwarzer Film wurde ein weltweiter Blockbuster, was viele Gewissheiten in der Unterhaltungsindustrie obsolet machte. Und aus Chadwick Boseman einen Superstar.

Es ist noch nicht so lange her, da gab es für schwarze Amerikaner vor allem zwei Möglichkeiten, gesellschaftlich sichtbar zu werden – als Sportler oder in der Unterhaltungsindustrie, lange in erster Linie mit Jazz, Blues, Soul. Konnte einer tanzen, umso besser. Im Sport wie in der Musik überschnitten sich die Möglichkeiten, die Talent eigentlich eröffnen sollte, mit den Vorurteilen über vermeintlich herkunftstypische Eigenschaften, denen dieses spezielle Talent des Singens, Tanzens, Bällewerfens entsprach. Starrollen in Filmen waren lange Zeit nicht vorgesehen. Wie viele Jahrzehnte dauerte es, bis Sidney Poitier von Denzel Washington, Will Smith, Jamie Foxx Gesellschaft bekam?

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