FAZ plus Artikel11. September

Todesgrüße von Ikarus

Von Freddy Langer
10.09.2021
, 15:59
Thomas Höpker 11. September Anschlag World Trade Center
Jahre lang hatte Thomas Höpker sein Foto vom Anschlag am 11. September zurückgehalten. Dann sorgte es für einen Schock.

Am Ende wären die jungen Leute fast noch juristisch gegen Thomas Höpker vorgegangen, so falsch fühlten sie sich dargestellt, wie sie da bei strahlendem Sonnenschein am Ufer des East River plaudernd beieinandersaßen, während sich am gegenüberliegenden Ufer über der Skyline Manhattans eine gewaltige Rauchwolke auftürmte, als verkünde sie das Ende der Welt. Mit diesen fünf jungen Menschen aber schien das nichts zu tun zu haben. Und so wurden sie manchem zur Verkörperung eines amerikanischen Desinteresses an der Wirklichkeit. Einer von ihnen war Maler und sagte später, sie seien schockiert gewesen wie alle anderen auch. Eine war Fotografin und erklärte, dass sie angesichts der Grausamkeit an diesem Tag ihre Kamera extra zu Hause gelassen hatte, um bei Notfällen rasch helfen zu können.

Der Zufall hatte es gefügt, dass Magnum, die Agentur der besten Fotojournalisten der Welt, ihre Mitglieder für jenen 11. September zur jährlichen Versammlung nach New York beordert hatte. Fast alle waren gekommen. Und alle zogen augenblicklich los Richtung Financial District, als sie vom Anschlag auf das World Trade Center erfuhren. Nur Thomas Höpker, der in Uptown New York wohnte und wenig später Präsident von Magnum wurde, blieb ausgesperrt.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

: Wir feiern 3 Jahre F+

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Langer, Freddy
Freddy Langer
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das „Reiseblatt“.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot