Einfach cool bleiben

Foto: Floodslicer and Cbus Property

Die Städte werden heißer, die Luft wird schlechter. Dagegen gibt es ein wirksames Gegenmittel: die Begrünung von Dächern und Fassaden. Das macht die Metropolen lebenswerter und lässt sie besser aussehen.

24. Februar 2022
Text: LAURA WURTH

Chicago wird zum blühenden urbanen Dschungel, rasend schnell verwandelt sich die graue Betonlandschaft in wilde Natur, dabei werden keine neuen Parkflächen kreiert, sondern vorhandene Fassaden, Dächer und Straßenzüge begrünt. Auf einem Dach entwickelt sich eine kleine Blumenwiese, auf einem anderen ein ganzer Garten, von den Balkonen hängen Pflanzen – überall breitet sich das Grün aus. Das, was vorher eine abweisende Betonwüste war, wirkt nun lebensfreundlich und einladend. Wie ein großer Park, aus dem zufällig auch ein paar Häuser freundlich hervorlugen. Leider ist diese Mutation bislang nur eine sehr überzeugende Computeranimation. Klar aber ist: Sähe diese oder irgendeine Metropole so aus, müsste man nicht mehr aufs Land fahren, um der stressigen Stadt zu entfliehen.

Ginge es nach dem Berliner Architekten Rudi Scheuermann, würde bald jede Stadt so aussehen. Scheuermann ist Global Leader Building Envelope Design bei Arup, einem international tätigen Architekturbüro, das sich mit nachhaltigen Designmethoden auseinandersetzt. Es geht also, das steckt in dem sperrigen Titel, um „konstruktive Fassadenplanung“. Dahinter steckt ein geradezu revolutionärer Ansatz. Auch deswegen revolutionär, weil er so einfach, ja geradezu banal ist.

Eine Geschichte aus der aktuellen Ausgabe des Magazins der F.A.Z. „Frankfurter Allgemeine Quarterly“

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In Scheuermanns Zukunftsversion würde jede kahle Fassade mit Moosen bewachsen, jeder Balkon ein kleines dschungelartiges Refugium und jedes Dach zu einem Garten. Wo andere Menschen noch Betonwände registrieren, sieht er bereits das Grün sprießen.

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