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FAZ plus ArtikelBiografie von Hilma af Klint

Woher kommen diese Buchstaben?

Von Julia Voss
Aktualisiert am 16.02.2020
 - 21:20
Hilma af Klint um 1885 in ihrem Atelier in der Stockholmer Akademiezur Bildergalerie
Stockholm, November 1906: Die Malerin Hilma af Klint ist 44 Jahre alt, als sie ihr Leben auf den Kopf stellt. Ein Vorabdruck aus ihrer Biografie, die für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist.

Blau, Grün, Gelb. Das sind die Farben, in denen Hilma af Klint ihre erste Serie überwiegend malt, in Öl auf Leinwand, 26 Bilder, die den Titel „Urchaos“ erhalten, begonnen am 7. November 1906. Kurz zuvor ist die Künstlerin vierundvierzig Jahre alt geworden, im Notizbuch wurden die Glückwünsche vermerkt, die aus der Astralwelt eingingen. Den Anfang von „Urchaos“ macht eine geschwungene Figur, die wie der Geist über den Wassern schwebt und sich danach fortlaufend verwandelt. Kreise, Räder und Spiralen lösen einander ab, Vierecke, Linien und Tabellen, begleitet von Strahlen und Schwingungen. Die gedeckten Blau- und Grautöne der ersten beiden Bilder verschwinden. Goldenes Licht scheint aus den Leinwänden zu strahlen, kontrastiert vom dunklen Hintergrund.

Für die Formen, die Hilma af Klint in ihrem Atelier in der Hamngatan 5 aufzeichnet, gibt es keine Vorbilder in der Kunstgeschichte, nicht bei den Alten Meistern und auch nicht bei den modernen Zeitgenossen. Einige Bilder sind vollkommen ungegenständlich, in anderen fliegen Buchstaben und ganze Wörter durch den Bildraum. Manchmal zeigt sich Figürliches, Rosenblüten zum Beispiel oder die Nautilusform, die zurückkehrt. Verbindungen zu anderen Arbeiten der „Fünf“ lassen sich ziehen, Blumen, Spiralen, Kreuze und Kreise traten auch dort regelmäßig auf. Allerdings fehlten in diesen Skizzen die Farben, die Linien hatten nicht die Sicherheit und Klarheit, die sie nun besitzen, und die Bilder blieben Einzelstücke; die „Fünf“ schufen ihre Zeichnungen nicht in Serie.

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Aus „Hilma af Klint – ,Die Menschheit in Erstaunen versetzen‘“, das am 26. Februar im S. Fischer Verlag erscheint (600 Seiten, 25 Euro).

Das Buch wurde diese Woche für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch nominiert.

Quelle: F.A.S.
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