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Alte Meister bei Sotheby’s

Gute Performance

Von Rose-Maria Gropp
 - 15:23
Gianbattista Tiepolo, „Rosenkranzmadonna mit Engeln“, 1735, Öl auf Leinwand, 246 mal 156 Zentimeter, Zuschlag 17 Millionen Dollar (18.349.000 Dollar).

Die „Masters Week“ von Sotheby’s in New York bot Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, bis zum 19. Jahrhundert. Von den 74 Losen im Katalog der Abendauktion mit Altmeistergemälden blieben 24 liegen, fast ein Drittel der Anzahl, wenngleich nicht dem Wert nach. Weshalb Sotheby’s für die Abendveranstaltung einen Umsatz von 61,1 Millionen Dollar verkünden kann, den höchsten dieser Art seit 2012.

Unter den Bildnissen avancierte das feine „Porträt von Lum A’Kao“, eines Chinesen, der den Kaufmann und Bankier Constant de Rebecque nach London begleitete, gemalt 1793 vom Franzosen Henri-Pierre Danloux in London und einst im Besitz von Hubert de Givenchy, mit 460.000 Dollar, nah an seiner unteren Schätzung (bis 600.000). Orazio Borgiannis interessantes jugendliches Selbstporträt kam auf 650.000 Dollar (400.000/600.000). Dem Gemälde mit einer Auktions-Blitzkarriere war womöglich doch mehr zugetraut worden. Unser aller Lieblings-Altmeisterin Artemisia Gentileschi hatte keine perfekte Performance: Das – ihr erst jüngst zugeschriebene – Ganzporträt eines Herrn, vermutlich des Franzosen Antoine de Ville, blieb liegen, angesichts einer Taxe von 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar. Ihre – allerdings marktbekannte – „Bathseba im Bade“ schaffte mit 600.000 Dollar die untere Taxe (bis 800.000). Am begehrtesten ist Gentileschi eben als Performerin ihrer selbst: In Paris wurde ihre „Lucrezia“ im November für die Rekordsumme von vier Millionen Euro (600.000/800.000) zugeschlagen.

Das absolute Spitzenlos des Abends, Giovanni Battista Tiepolos große „Rosenkranzmadonna mit Engeln“, kam – seit gut dreißig Jahren nicht mehr auf dem Markt, jetzt freilich durch eine Garantie abgesichert – auf ein Gebot von fünfzehn Millionen Dollar. Die Erwartung auf Anfrage hatte bei „mehr als fünfzehn Millionen Dollar“ gelegen; mit dem fälligen Aufgeld kostet das großformatige Altarbild seinen Käufer 17,3 Millionen Dollar. Peter Paul Rubens’ innige „Jungfrau mit Jesuskind, heiliger Elisabeth und Johannes dem Täufer“ realisierte mit sechs Millionen Dollar ihre untere Schätzung (bis 8 Millionen). Keinen Abnehmer fand Jan Lievens’ halbnackte „Frau, von einem Mann umarmt“ (4/6 Millionen); sie wurde zum empfindlichsten Rückgang, obwohl das Modell für den entzückten Liebhaber Rembrandt gewesen sein soll. Ein attraktives Stillleben in Öl auf Holz aus den Niederlanden des 17. Jahrhunderts, das täuschend echt eine aufgeblätterte illuminierte Handschrift darstellt, erzielte den Zuschlag bei 1,35 Millionen Dollar (700.000/900.000): ein klassisches Liebhaberstück; es lässt sich gut vorstellen, dass dieses Gebot von privat kam.

Die Auktion mit Altmeisterzeichnungen dominierte erwartungsgemäß, wie berichtet, Mantegnas Studie zu seinem Zyklus des Triumphs von Julius Cäsar in Alexandria. Die Federzeichnung erwarb vermutlich der New Yorker Finanzier und Sammler Leon Black, der mit Aufgeld dann 11,7 Millionen Dollar dafür zu bezahlen hat. Damit blieb das äußerst rare Blatt allerdings unter der zuvor genannten Erwartung von mehr als zwölf Millionen Dollar. Offenbar niemand konnte sich für Annibale Carraccis – beinah impressionistisch anmutendes – „Porträt eines jungen Mädchens“ (400.000/600.000) begeistern. Auf ebenfalls 400.000 bis 600.000 Dollar geschätzt, stieg eine zauberhafte Federzeichnung der „Madonna mit Kind“ vom Renaissance-Maler Bernadino di Betto, genannt Pinturicchio, auf 750.000 Euro, mit Aufgeld also 920.000 Euro – ebenfalls bewilligt vom Käufer des Mantegna. Der Umsatz für die Zeichnungen liegt bei 15,1 Millionen Dollar.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gropp, Rose-Maria
Rose-Maria Gropp
Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.
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