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Auktion bei Ketterer

Ist Andy Joan Robbins?

Von Brita Sachs
Aktualisiert am 29.11.2019
 - 15:44
Ein Damenportrait von Warhol sieht dem Künstler selbst ziemlich ähnlich. Vorschau auf die Kunstauktionen bei Ketterer in München.

Kunst des Expressionismus, schon immer eine Säule im Programm von Ketterer, behauptet auch in der Jubiläumsauktion zum 65. Geburtstag des Hauses am 6. und 7. Dezember in München ihren guten Platz in der Abendauktion. Zeitgenössische Kunst hält Schritt, dabei Gerhard Richters „Abstraktes Bild (605-2)“ von 1986 in vorrangig grünen Tönen. Was die Taxe von 600.000 bis 800.000 Euro betrifft, teilt sich Richter die Spitzenposition mit Hermann Max Pechsteins „Tänzer“ von 1910. Das Paar in wilden Bewegungen aus einer kleinen Gruppe ähnlicher Sujets erwarb der Autor und Regisseur Felix Hollaender im Jahr seiner Entstehung direkt beim Künstler, die letzten sechs Jahrzehnte befand es sich in Schweizer Privatbesitz.

Beachtlich ist das Angebot von „Brücke“- und „Blauer Reiter“-Künstlern. Allein von Jawlensky kommen sechs Bilder zum Aufruf; darunter eine der fast abstrakten „Variationen“ seines Atelierausblicks im Schweizer Exil von 1916, die er seiner langjährigen Gefährtin Marianne von Werefkin schenkte (Taxe 80.000/120.000 Euro). In der Serie „Mystische Köpfe“ schuf er 1917 die prachtvolle „Dichterin“ (300.000/400.000). Viermal ist Gabriele Münter präsent, „Tauwetter im Dorf“ zeigt in Öl auf Malpappe die Schneeschmelze in Murnau im Winter 1911 (250.000/ 350.000). Als Sanitäter an der belgischen Küste stationiert, malte Erich Heckel 1916 die „Hafeneinfahrt“ von Ostende mit weit ins Meer hinausschwingenden Molen – vom Krieg keine Spur in diesem Abendrot (250.000/350.000). Das Gemälde erwarb der Industrielle Gustav Ferdinand Jung aus Hagen ebenso für seine Sammlung mit Kunst seiner Zeit wie den auch aus Besitz seiner Familie eingelieferten Kirchner, Der „Heimkehrenden Ziegenherde“ in Davoser Bergwelt von 1920 gilt die Erwartung von 400.000 bis 600.000 Euro.

Mit großartig duftigem Duktus entspricht Lovis Corinth 1923 der Textur von Blüten, die überbordend einen Bronzekübel füllen (180.000/240.000); mit leichter Hand schildert er 1909 fetziges Treiben auf der „Eisbahn im Berliner Tiergarten“ (250.000/350.000). Dem jungen Münchner Maler Max Bergmann, mit dem er durchs Pariser Nachtleben zog, schenkte Marcel Duchamp zum Abschied 1910 sein hölzernes „Bilbouquet“, ein Geschicklichkeitsspiel aus hölzerner Kugel und Zapfen, versehen mit Widmung und Signatur (100.000/150.000). Einen anderen Schrittmacher der Moderne, nämlich Andy Warhol, vertritt das Porträt einer Lady namens Joan Robbins von 1984; der Katalog betont die Ähnlichkeit zu Fotos, die Warhol selbst als blonde Frau zurechtgemacht zeigen (400.000/600.000).

Für die fünfziger Jahre steht Emil Schumachers mit Sand im Öl zum „Tastobjekt“ aufgemischtes „Rodom“, sein Beitrag zur Venedig-Biennale 1958 (60.000/80.000). Fünf Jahre bestückte Jean Dubuffet in leuchtendem Rotorange eine „Esplanade rose“ mit kleinen Männchen (400.000/600.000). Yves Klein schuf 1959 sein „Monochrome bleu (IKB 316)“ auf gerade 13,7 mal 38 Zentimetern, das ihm der Kunstkritiker Heiner Stachelhaus abkaufte (200.000/300.000). Fünfmal wird Nagel-Kunst von Uecker aufgerufen, dabei ein großes quadratisches „Weißes Feld“ von 1994 (500.000/700.000). Bei den Plastiken firmieren Renée Sintenis, Georg Kolbe, Fritz Klimsch oder Wilhelm Lehmbruck; zu den jüngeren Werken zählt Tony Craggs 2013 entstandener zackiger „Runner“ aus blitzendem Edelstahl (200.000/300.000).

Quelle: F.A.Z.
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