Berliner Kunstmesse

Die „Positions Berlin Art Fair“ will Flagge zeigen

Von Kevin Hanschke
Aktualisiert am 11.09.2020
 - 15:46
Berlin geht ein Risiko ein und veranstaltet eine Kunstmesse in den Hangars des Flughafen Tempelhof – die erste deutsche Kunstmesse in Pandemie-Zeiten.

Während andernorts die Messen abgesagt werden, geht man in Berlin das Risiko ein und veranstaltet mit der „Positions“ in den Hangars 3 und 4 vom Flughafen Tempelhof die erste deutsche Kunstmesse in Pandemie-Zeiten. Ausstellungsfläche und Teilnehmerzahl – diesmal 140 Aussteller, davon dreizehn aus dem Ausland – haben sich verdoppelt. Besonders an das Berliner Publikum und deutsche Sammler will man sich wenden, so die Organisatoren Kristian Jarmuschek und Heinrich Carstensen, die nicht mit Publikum von außerhalb der EU rechnen. Die Positions ist als Doppelmesse angelegt. Neben der Schau mit Gemälden und Installationen findet die Paper Positions Berlin statt, die, nach der Absage im April, mit 43 Teilnehmern nachgeholt wird. Dazu kommen mit der Photo Basel/Berlin eine kleine Satellitenmesse für Fotografie und die zweite Ausgabe der Fashion Positions, die Design aus Berlin präsentieren soll: Die Veranstalter meinen, dass das übergreifende Thema die „Abbildung aktueller Kunstdiskurse“ und die „Darstellung von Statements“ sei. Was das bedeutet, lässt sich in den in diesem Jahr großflächigen Ständen nicht genau feststellen. Die Preisspanne reicht von 1000 bis 200.000 Euro, Arbeiten im unteren Segment dominieren. Einige Neuzugänge konnten besonders die Paper Positions verbuchen, darunter die Galerien König, Thomas Schulte oder Nothelfer. Vom Förderprogramm des Berliner Senats hat auch Positions profitiert. Durch geringere Miete für die Ausstellungshallen und das Hilfspaket für die Berliner Galerien im Gesamtumfang von 65.000 Euro haben alle Aussteller eine Fläche von zehn Quadratmetern kostenlos erhalten. „Solidarität“ sei ein weiteres Thema der Messe, sagt Carstensen. Deshalb werden in dem Programm „Supporting Positions“ – ohne Standgebühr – zehn Galerien und Künstler mit je zwei Werken gezeigt, die vor allem aus ökonomischen Gründen nicht an der aktuellen Ausgabe teilnehmen können.

Positions Berlin Art Fair; bis zum 13.September. Eintritt 15 Euro, Katalog 12 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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