Art Basel

Sie ist wieder da

Von Rose-Maria Gropp
04.08.2021
, 09:40
Wird es wie vor der Corona-Krise werden? Ein Bild aus der Messehalle der Art Basel von 2019.
Wege aus der Pandemie: Die Art Basel findet im Herbst wieder physisch an ihrem Heimatort statt. Aber nicht alles bleibt wie gewohnt.

Die Art Basel in Basel, wo sie 1970 von Galerien der Stadt am Rhein gegründet wurde, findet wieder statt – als IRL-Ausgabe, also „in real life“. Die Traditionsmesse musste in ihrer Schweizer Geburtsstadt 2020 wegen Covid-19 ausfallen und konnte durch die andauernde Pandemie auch in diesem Jahr nicht zum angestammten Termin im Juni stattfinden. Jetzt ist sie für den 24. bis 26. September angekündigt, mit drei Preview-Tagen vom 21. bis zum 23. September, die nur auf Einladung besucht werden können.

Laut der Ankündigung werden 273 Galerien aus 33 Ländern physisch in den Hallen 1 und 2 der Messe Basel anwesend sein, nur siebzehn weniger als bei der bislang letzten Ausgabe 2019. Sämtliche bekannten Sektionen sollen beibehalten werden: der harte Kern, den die „Galleries“ ausmachen, mit 221 Ausstellern; die kuratierten Einzelschauen von „Feature“; die „Statements“, die sich den jungen Künstlerinnen und Künstlern widmen; und auch „Unlimited“, mit den raumgreifenden Projekten in der Halle 1; dazu die ortsbezogenen Installationen und Performances im Stadtraum. Die deutschen, nicht selten international agierenden Galerien sind weiterhin stark vertreten; die Liste der Aussteller nennt gut vierzig Teilnehmer, darunter die meisten mit einem Standort in Berlin, daneben aus Köln, Düsseldorf, München und Frankfurt. Vorgesehen ist eine prinzipiell hybride Gestaltung der Schau, der anhaltenden Situation geschuldet. Für alle, die nicht nach Basel reisen können oder wollen, soll die digitale Plattform „Art Basel Live“, wie schon bei der Art Basel Hongkong im Mai, die Messe in Online Viewing Rooms der Aussteller, in virtuellen Rundgängen und den sozialen Medien präsentieren.

Natürlich versichert die Messe, dass alle Regeln gemäß des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit eingehalten werden. Nur wer vollständig geimpft ist, einen aktuellen negativen Covid-19-Test vorlegen kann oder gänzlich genesen ist, erhält Zutritt. Jedenfalls wird die legendäre Atmosphäre auf der Messe selbst wie in der Stadt diesmal anders sein. Immer zog die Art Basel Besucher, vor allem kaufkräftige Klientel, aus aller Welt an, die sie regelrecht gestürmt haben, als seit Jahrzehnten begehrtes Ereignis im globalen Messekalender. Gewiss werden es weniger sein, die aus den Vereinigten Staaten anreisen, selbst wenn das (zumindest zu den aktuellen Bedingungen) möglich ist. Für Südamerika oder Russland gelten (derzeit noch) stärkere Einschränkungen.

Es ist ein ehrgeiziges Unterfangen, das Marc Spiegler, der Global Director von Art Basel, da verfolgt. Spiegler weiß gut, trotz aller virtuellen Optionen, um die dringende Notwendigkeit des persönlichen Kontakts zwischen Galeristen und Sammlern, um das Bedürfnis aller nach endlich wieder körperlicher Anschauung der Kunst; nicht nur, aber auch aus ökonomischen Gründen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Plan im September in Basel aufgehen kann.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gropp, Rose-Maria
Rose-Maria Gropp
Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.
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