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Ergebnisse bei Van Ham in Köln

Einer beobachtete den Schmetterling

Von Jonathan Kress
Aktualisiert am 03.01.2020
 - 16:26
Ergebnisse: Alte und neue Kunst im zweiten Halbjahr bei Van Ham in Köln.

Guercinos „David mit dem Haupt des Goliath“ avancierte zum teuersten Los der Alten Kunst bei Van Ham in Köln. Mit dem Gebot von 140.000 Euro (Taxe 100.000/150.000) verfehlte das Ölgemälde nur knapp die obere Schätzung. Es folgt das Porträt eines jungen Manns von Rembrandts Schüler Arent de Gelder, das mit 115.000 Euro (40.000/60.000) seine Obertaxe fast verdoppelte. Die Kopfstudie in Öl auf Papier von Anthonis van Dyck ging für 80.000 Euro (80.000/120.000) an einen Saalbieter. Die dem Meister mit dem Papagei zugeschriebene „Madonna mit den Weintrauben“ kam, in ihrer zweiten Auktionsrunde, jetzt auf die untere Taxe von 30.000 Euro (bis 35.000). Unter ihren Taxen blieben eine „Gitarre spielende junge Dame“ von David Teniers d. J. mit 50.000 Euro (60.000/80.000) und ein Renaissance-Tondo mit der Anbetung des Kinds, der Sebastiano Mainardo zugeschrieben wird, mit 26.000 Euro (30.000/40.000).

Das zierliche Birnenstillleben des Frankfurters Otto Scholderer erreichte gute 60.000 Euro (30.000/50.000). Für den belgischen Maler Maurice Langaskens gab es einen Auktionsrekord: Ein Sammler aus New York honorierte den eindringlichen Blick des Künstlers, der sich 1917 als Schmetterlingsbeobachter im Kriegsgefangenenlager selbst porträtierte; „Gevangenen troost“ kam auf 33.000 Euro (2000/3000). Ein weiterer Rekord galt Johann Friedrich Tielkers eindrucksvoller großformatiger Aquarellzeichnung mit dem Blick auf das alte Athen und die Akropolis bei 17.000 Euro (4000/6000). Unter den Werken, die keine Abnehmer fanden, schmerzt vor allem das Spitzenlos, mit einer Taxe von 280.000 bis 350.000 Euro: Konstantin Makovskys Bauernmädchen-Bildnis hatte 2008 bei Sotheby’s in London mehr als 180000 Pfund erzielt und ging jetzt zurück. Ebenso erging es zwei russischen Winterszenen, einer mit Dreigespann und napoleonischen Soldaten von Bogdan Pavlovic Villevalde (80.000/90.000) und einer mit Pferdeschlitten von Konstantin Federovic Juon (45.000/50.000). Der Gesamterwartung von rund 1,8 Millionen steht so ein Umsatz von etwa 1,4 Millionen Euro gegenüber.

Die Moderne-Auktion zwei Wochen später büßte ihr Spitzenstück ein, denn die Gemmail-Arbeit nach Picassos „Femme au collier“ (500.000/700.000) wurde zurückgezogen. Zum teuersten Los avancierte Gabriele Münters „Blick auf das Murnauer Moos“ mit 160.000 Euro (160.000/220.000). Karl Hofers „Blumenmädchen“ kam auf 80000 Euro (120.000/180.000); eine „Figürliche Komposition“ von ihm erreichte 100.000 Euro (100.000/150.000). Der Hammer für Wilhelm Morgners „Astrale KompositionVI“ von 1912 fiel bei 185.000 Euro (140.000/180.000), zugunsten eines bedeutenden deutschen Museums. Eingeliefert wurde das Schlüsselwerk übrigens aus der Sammlung der Deutschen Bank.

Die Kunst nach 1945 führt Ernst Wilhelm Nays „Dynamik Bild“ an, mit 250.000 Euro (250.000/350.000). Von zwei Nagel-Bildern Günther Ueckers fand nur die „Dunkle Spirale“ von 1983 für 240.000 Euro (200.000/300.000) einen Abnehmer. Bei den Zeitgenossen reüssierte André Butzer gleich zweimal, mit je 75.000 Euro: für „Bobby Bohnen und seine Hunde“ und für „Todallst, Bleodst, Icho? (Colatödlichkeit)“. Die Erwartung von rund sieben Millionen übertrifft der Gesamtumsatz von 7,1 Millionen Euro leicht.

Quelle: F.A.Z.
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