Ergebnisse bei Neumeister

Mit Trommel und Trompete

Von Brita Sachs
11.01.2019
, 14:44
Die Herbstauktion bei Neumeister mit Alter Kunst und Werken des 19. Jahrhunderts überzeugte mit Bayerischen Sujets.

Neumeisters Herbstauktionen begannen mit Alter Kunst und Werken des 19.Jahrhunderts. Star dort zu werden war einem Fräulein von Tschirschky-Bögendorff vergönnt, einer Hofdame am sächsischen Hof, die von Barbara Rosina de Gasc um 1750/60 in einem rosé-grünen, glitzernd bestickten Rokokogewand porträtiert wurde. Ein halbes Dutzend Bieter focht im Saal und an den Telefonen um das Werk der an Bildern Antoine Pesnes geschulten Künstlerin – und verfünffachte dabei die untere Taxe, mit einem Hammerpreis von 40.000 Euro. In derselben Epoche malte der ältere Johann Heinrich Tischbein im Zuge der Türkenmode das Bild eines alten Sultans mit junger Odaliske, das auf 22.000 Euro (Taxe 18.000/20.000) stieg. Ein halbes Jahrhundert früher schnitzte der süddeutsche Bildhauer Lorenz Luidl ein Paar knapp einen Meter großer Putten, das in antiker Rüstung mit Trommel und Trompete zugange ist und 26.000 Euro (15.000/20.000) einbrachte.

Das Pastellbildnis einer jungen Frau, das Franz von Stuck im Jahr 1933 signierte, verdoppelte seine Schätzung auf 12.000 Euro und leitet über zur Abteilung des 19.Jahrhunderts, wo bayrische Sujets und Künstler gefragt waren. Das bekrönte „EL“ in der Ecke einer Winterlandschaft mit Jagdschlitten entpuppte sich als Monogramm der bayerischen Prinzessin Elisabeth Ludovika, Gemahlin Friedrich WilhelmsIV. von Preußen. In den auf dem Gefährt soeben auf Rotwild anlegenden Herrn stellte sie den Gatten und ihren Schwager Johann von Sachsen dar: Im Rahmen mit Wappenkartusche des sächsischen Königshauses brachte es das Werk der begabten Sonntagsmalerin auf 11.000 Euro (8000). Ein sitzendes Trachtenmädchen mit Hut von Franz Defregger stieg auf 10.000 Euro (6000/ 8000), und Eduard von Grützners „Bemogelt“ – man sieht Jäger, Wirt, Bauer und Pfarrer beim Kartenspiel – schaffte erstaunliche 45.000 Euro (12.000/ 15.000). Hier noch ein Blick nach Tirol: Dort gab Oskar Mulley ein Schloss bei Meran in seiner besonderen Spachteltechnik wieder; das wurde mit 27.000 Euro (20.000/25.000) honoriert.

Die Auktionen mit Moderner Kunst gipfelten in August Mackes Bleistiftzeichnung mit einem „Straßenbild aus Tunis“. Sie stieg von 25.000 auf 42.000 Euro und stammt aus einem Skizzenbuch, das Macke 1914 auf der berühmten Reise füllte. Zur teuersten Plastik wurde mit 22.000 Euro (20.000/ 30.000) die Bronze „Sur le sable“, aus einer Edition von 1986, des Spaniers Baltasar Lobo.

Quelle: F.A.Z.
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