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Goetheana in Hamburg

Ihm zur Feier

Von Kevin Hanschke
Aktualisiert am 14.02.2020
 - 17:23
Gemälde, Graphiken und Skulpturen in der Galerie Hans in Hamburg: Alles Goethe!

Die Farbenlehre Johann Wolfgang von Goethes hat die Neuzeit widerlegt. Aber seine Zeichnungen und seine Kunstsammlung bezeugen bis heute seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Geprägt hat ihn dabei seine Verehrung für die römische Antike und deren Transformation in das 18. Jahrhundert. Seine Sammlung graphischer Blätter zum Übergang von der Klassik in die Romantik nimmt bis heute eine wichtige Stellung in der europäischen Kunstgeschichte ein. Und Goethe malte auch selbst; Architekturdarstellungen und Naturstudien gehören zu seinem Œuvre. Er zeichnete mit weichen geschwungenen Linien, atmosphärisch, ohne starke Konturen. Dafür steht sein „Abendspaziergang“auf bläulichem Papier, zwei Figuren bei der Wanderung durch eine Waldlandschaft (68.000 Euro).

Dem Wirken des Universalgenies im Feld der Kunst widmet sich derzeit die Galerie Hans am Hamburger Jungfernstieg. „Goethe und Umkreis“ heißt die Ausstellung, die in mehr als siebzig Werken ein Kaleidoskop der Goethe-Zeit darstellt. Der Kunsthändler Mathias F. Hans hat mehrere Jahre an der Zusammenstellung der Schau gearbeitet. Sie setzt den Dichter als Kunstkenner und Kunstphänomen in den Mittelpunkt seiner Epoche. Gleich im Entree der Galerie hängen ganz unterschiedliche Porträts. Mit Johann Daniel Bagers „Bildnis Johann Wolfgang von Goethe“ von 1773 kann Hans eines der ältesten Profilbilder des damals 24 Jahre alten Goethe zeigen (65000 Euro): Der Goethe der „Werther“-Zeit trägt glattes gepudertes Haar. Ganz anders dann auf Gerhard von Kügelgens unvollendetem Porträt von 1810 (280.000 Euro): Er malte den gealterten Goethe in staatsmännischer Manier, ordengeschmückt in Paradeuniform. Zur gleichen Zeit schuf Christian Daniel Rauch eine Büste Goethes, die ihn lebensnah mit lockigem Haar zeigt (270.000 Euro).

Viele deutsche Künstler blieben auch nach Goethes Tod von seiner Aura fasziniert und sammelten – „Goetheana“: Siegelstempel, Briefe oder Tintenfedern, die heute wertvoll sind: Aus der Werkstatt Friedrich Wilhelm Riemers kommen die eindrucksvollen Visitenkarten des „Geheimraths“ Goethe (je 600 Euro). Mit Friedrich Wasmann ist auch ein Hamburger Künstler in der Schau vertreten. Er malte mit dem „Tanz nach der Weinlese“ von 1834 ein Idealbild des italienischen Landlebens (640.000 Euro). Das Gemälde ist typisch für die Italien-Leidenschaft der Frühromantiker und markiert den Übergang zu dieser Epoche, die ebenfalls von Goethes Werk beeinflusst werden sollte. Im Mondschein über der Ostsee ragt ein Kreuz, in einer transzendentalen Szenerie: Caspar David Friedrichs 26 mal 19,3 Zentimeter messendes Gemälde „Das Kreuz an der Ostsee“ aus dem Jahr 1815 ist eines seiner für die deutsche Romantik wegweisenden Schlüsselwerke und eine kleinere Version desselben Sujets im Berliner Schloss Charlottenburg (7,2 Millionen Euro). In der Galerie ist es Friedrichs Zeichnung „Landhaus im Laubwald“ von 1797 gegenübergestellt (420.000 Euro).

Noch romantisch, aber stark heroisierend ist Wilhelm Brückes postumes Gemälde „Goethe auf dem Kickelhahn bei Ilmenau“ aus dem Jahr 1847 (52000 Euro); die Goethe-Verehrung ist auf dem Höhepunkt. Auf dem Bild steht er neben einer Jagdhütte und blickt über die Bergwelt des Thüringer Walds. Das hat Symbolcharakter, denn an die Holzwand der Hütte auf dem Kickelhahn soll Goethe in der Nacht vom 6.September 1780 den zweiten Teil von „Wandrers Nachtlied“ geschrieben haben: das Ideal von Mensch und Natur in Symbiose, ganz wie im Gedicht – „über allen Gipfeln ist Ruh’“.

Bis zum 27. März. Der Katalog kostet 29 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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