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Ika Huber in Frankfurt

Wie ein Leuchten von innen

Von Rose-Maria Gropp
Aktualisiert am 31.01.2020
 - 18:00
Neue Gemälde und Skulpturen von Ika Huber in der Frankfurter Galerie Bärbel Grässlin.

Seit mehr als drei Jahrzehnten sind sie sich treu, die Galeristin und die Künstlerin: Bärbel Grässlin kennt jede Phase von Ika Hubers Schaffen. Die aktuelle Ausstellung mit neuen Gemälden heißt „Mäander“, in schöner Mehrdeutigkeit. Die entfaltet sich in zwölf Gemälden, sorgfältig im großen White Cube gehängt; hinzu kommen, in einem eigenen Raum, zwei frühe Bilder aus dem Jahr 1977, die „Mayblossom“ heißen.

Alles schwingt in einer feinnervigen Leichtigkeit, in Schleifen und Linien, begleitet von manchmal starker, manchmal zurückhaltender Farbigkeit – mäandert eben über die Leinwände, deren weißer Grund immer sichtbar bleibt. „Gestische Malerei“ ist da nur ein Hilfswort, nichts ist hingehauen, schon gar nicht kraftstrotzend. Das Mäandern meint zugleich die fragile Balance zwischen vegetabilen Formationen und deren Überführung in die Abstraktion. Und immer bleibt dieser Schaffensprozess sichtbar.

Alle Gemälde von Ika Huber entfalten in ihrer unterschiedlichen Tonalität, Dynamik und Gestimmtheit ihre Strahlkraft in den sie umgebenden Raum, ohne ihn in Besitz zu nehmen. Das gilt auch für zwei Werke, die sie zunächst eigens für die Räume der Galerie geschaffen hat. Sie tragen beide den Titel „MäanderXII“ und sind gerade 2019 entstanden; sie sind je 250 Zentimeter breit, das große Querformat ist ungewöhnlich für die Künstlerin. Sie scheinen zu sprühen; ihre Chiffren, manche grafisch, manche ganz malerisch, scheinen an die Umgebung Energie abzugeben. Diese innere Freiheit hat sich Ika Huber, 1953 in Freiburg geboren und dort lebend und arbeitend, von Anfang an vorbehalten: auch schon früher an der Karlsruher Akademie als Schülerin von Georg Baselitz, gar nicht als Widerstand, sondern als den eigenständigen Weg einer Künstlerin.

Bei einem Besuch in ihrem Freiburger Atelier vor zwei Jahren waren ein paar der jetzt ausgestellten Werke schon da. Ika Huber hat keine Eile mit dem Zeigen – so wenig wie bei ihrem Arbeiten. Das gilt auch für die schwarzen Bronzen, die in der Galerie nun „Roots“ genannt werden. Sie sind entstanden, indem sie Teile von Baumstämmen mit Gips ummantelte und dann abgegossen hat, sind also Unikate aus der „verlorenen Form“. Nun liegen sie da, kostbar, ihre schön-schrundige Haut fordert zum Tasten und Fühlen auf, sie wecken vielfältige Assoziationen in ihrer Zwiegestalt von Natur und deren künstlerischer Anverwandlung – ohne die Wurzeln dabei zu zerstören.

Die Gemälde kosten von 23.000 bis 35.000 Euro, die Bronzen je 17.000 Euro. Bis zum 15. Februar.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gropp, Rose-Maria
Rose-Maria Gropp
Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.
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