Kryptokunst

Sotheby’s steigt ins NFT-Geschäft ein

Von Ursula Scheer
10.04.2021
, 15:30
Christie’s hat für ein digitales Werk in der Blockchain einen Millionen-Erlös erzielt. Nun nimmt auch der Konkurrent Sotheby’s Kryptokunst ins Angebot.

Nachdem bei Christie’s der Hammer für ein Werk von Beeple in Form eines NFTs bei 60,25 Millionen Dollar – gezahlt in Kryptowährung – fiel, zieht Sotheby’s nach im Geschäft mit den non-fungible tokens: Vom 12. bis zum 14. April versteigert das Auktionshaus auf der Plattform Nifty Gateway, die sich im Bereich der in Blockchains gehandelten Kryptokunst als führend etabliert hat, Werke des Anonymus Pak. Unter dem Titel „The Fungible Collection“ steht die unlimitierte Edition von Bildern einer digitalen Würfelkonstruktion zum Verkauf. Zum Preis von je fünfhundert Dollar können Käufer sie einzeln oder in Paketen von fünf bis tausend erwerben.

Wer einen Würfel kauft, erhält ein Token in der Blockchain, bei fünf Würfeln sind es NFTs des einzelnen Würfels sowie der Kombination aus allen fünf Würfeln – und so fort. Das sei, heißt es bei Sotheby’s, eine Reflexion über Knappheit und Wert. Auf das knappe Gut der Lebenszeit will derweil das NFT-Kunstwerk „Time is the Most Valuable Asset“ von Aida verweisen, das auf der Plattform eachsecondcounts.art für einen Dollar mehr angeboten wird als Beeples Rekordwerk mit Aufgeld: 69,346 Millionen Dollar. Die digitale Uhr, die auf die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen geeicht ist, zeigt vor allem etwas anderes: Zeit ist Geld.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Scheer, Ursula
Ursula Scheer
Redakteurin im Feuilleton.
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