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Kunstkollektion bei Ikea

Lisas Leuchten

EIN KOMMENTAR Von Rose-Maria Gropp
Aktualisiert am 05.11.2019
 - 16:04
Mona Lisa-Komposition für ein wohliges Wohnraumgefühl
Aus einem stromsparenden Leuchtkasten lässt der Möbelkonzern Ikea da Vincis Mona Lisa in heimische Wohnzimmer strahlen. Die hat schon andere Liebesbeweise weggelächelt.

Warum nach Paris schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Nein, diesmal nicht in unserem deutschen „Es gibt sie noch, die guten Dinge“-Warenhaus. Sondern bei der schwedischen „Wohnst du noch, oder lebst du schon?“-Konkurrenz. Es geht, nun ja, mal wieder um die Mona Lisa. Wo doch alle Welt gerade von der Leonardo-da-Vinci-Ausstellung im Louvre redet. Und das Gute, also die Mona Lisa, könnte überhaupt viel hübscher an einer der eigenen Wände hängen, nicht in einen Sicherheitskasten gesperrt wie im Museum, sondern hellstrahlend von hinten her in einem Leuchtkasten, dabei natürlich stromsparend.

Der amerikanische Designstar Virgil Abloh hat sich das wohl auch gedacht, beim Herzstück seiner exklusiven Schöner-Wohnen-Kollektion für den nordischen Gesamtausstattungsgiganten. Hauptberuflich ist Abloh seit 2018 artistic director für die Männerkleidung von Louis Vuitton. Das passt schon, weil dieses Modehaus einen ausgeprägten Hang zur Kunst hat. Auf seinen unverkennbaren Handtaschen hat, zum Beispiel, schon einmal Jeff Koons die Mona Lisa verewigen dürfen; die waren nicht ganz billig.

Nur, solange der Vorrat reicht

Von der Raumgestaltungsfirma verlautet jetzt, dass es sich bei der Reproduktion des Alten Meisters Leonardo um eine Version handle, die „entlang der Grenze von Funktion und Kunst“ balanciere. Funktion meint vermutlich so etwas wie Lampe, Kunst entsprechend etwas wie, man weiß es nicht so genau. Die Mona Lisa hat schon andere Liebesbeweise weggelächelt. Den allerschönsten übrigens erwies ihr Andy Warhol, als er 1963 unter dem Titel „Thirty are better than one“ eine ganze Siebdruckwand dreißigmal mit ihrem Konterfei bestückte, wobei er sich nicht ganz an die Maße des Originals hielt, aber sich klar dazu bekannte, dass eine von ihr einfach nicht genug ist.

Zugegeben, das Bild von Warhol ist noch um einiges teurer als eine Louis-Vuitton-Handtasche. Dagegen hat jetzt Virgil Ablohs von hinten strahlende Mona Lisa ungefähr Originalgröße, und sie kostet pro Stück 69,99 Euro. Wobei jeder Kunde, so die Ankündigung des Unternehmens, nur ein Exemplar der, wie es heißt, limitierten Kollektion pro Tag und Einkauf haben darf, und das „nur, solange der Vorrat reicht“. „Vielen Dank für dein Verständnis“, folgt noch sehr höflich. Bitte schön, gern geschehen. Es gibt sie immer wieder, die Dinge, die einfach keiner braucht.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gropp, Rose-Maria
Rose-Maria Gropp
Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.
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