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Neumeister

Das Erbe des Auktionators

Von Brita Sachs
Aktualisiert am 18.10.2019
 - 16:12
Neumeister in München versteigert die umfangreiche Sammlung des Firmengründers.

Schwer zu sagen, was Rudolf Neumeister auf dem weiten Feld der Kunst am meisten schätzte: Drei pralle Kataloge füllt all das, was er privat gesammelt hat in einem langen Leben als Auktionator und Freund schöner Dinge. Kaum eine Sparte fehlt darin. Wenn vom 22. bis zum 24.Oktober mehr als 700 Lose zur Disposition stehen – davon neunzig in der Hauptauktion –, erfüllen Katrin Stoll und ihre beiden Schwestern das Legat ihres 2017 gestorbenen Vaters, der wollte, dass alles in den Markt zurückgehe; selbstverständlich im von ihm gegründeten Haus.

Skulpturen dürften zu seinen Favoriten gezählt haben, da fallen die Namen großer Künstler, zum Beispiel Hans Klocker: Seinem spätgotisches Relief einer berührenden Beweinungsgruppe gilt die Schätzung von 120.000 bis 180.000 Euro. Oder der Meister von Rabenden, der seiner Figur Johannes des Täufers um 1515 feingeschnitzte Lockenpracht und zartgeäderte Hand gab (Taxe 80.000/120.000 Euro). Beim Bilderkauf dominierte, entsprechend der Spezialität des Hauses, das süddeutsche 19. Jahrhundert mit Land- und Gebirgsmotiven, nicht zu vergessen bäuerliches Genre, wie die „Gänseliesel“ von Johann Sperl (10.000/12.000). Hierher gehört mit Emil Jakob Schindlers stimmungsvollem „Gemüsegarten in Goisern“ von 1884 auch ein Beispiel für die Kunst dieses österreichischen Meisters der Paysage Intime (40.000/50.000).

Auch im Ruhestand ließ der Senior keine Neumeister-Auktion aus, er saß dann hinten im Saal, betreute manchmal Auftragsgebote und dürfte auch sich selbst noch das eine oder andere Stück gegönnt haben, etwa ein Blatt für seine Karikaturen-Kollektion von Franz Graf von Pocci, der im 19. Jahrhundert bissig Münchner Künstlerschaft und Society aufs Korn nahm (von 300 Euro an). Die schieren Stückzahlen bringen es an den Tag: Eine besondere Schwäche muss der Sammler für Silber gehabt haben, vor allem für Becher, Schalen und Pokale und besonders, wenn sie Vergoldungen aufweisen. Da fangen die Taxen für eine hübsche Reihe Augsburger Deckelhumpen des 17. Jahrhunderts bei 4500 Euro an. Ob Neumeisters bayerische Heimat für sein Humpen-Faible verantwortlich war? Auch bei den Fayencen machen diese Art Gefäße einiges her, und dann wäre da noch ein sächsisches Exemplar aus schwarzem Serpentin mit vergoldeter Silbermontierung (14.000/18.000). Überraschenderweise gibt es eine kleine Gruppe zur klassischen Moderne, ein Gebiet, das man in Rudolf Neumeisters Portfolio kaum erwartet hätte. Den Anführer stellt dort Max Liebermanns Ölgemälde seines „Nutzgartens in Wannsee nach Nordosten“ mit 200000 bis 300.000 Euro, gefolgt von Noldes Farblithographie „Junges Paar“ von 1913 mit 150.000 bis 200.000 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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