„Various Others“ in München

Sei Gast in meiner Galerie

Von Brita Sachs
13.09.2021
, 16:12
Bei Klüser 2 ist die Berliner Galerie Kuckei + Kuckei zu Gast und präsentiert Werke von Lilly Lulay. Hier: „f18str0ro7la. jpg“ aus der Serie Zeitreisende, Collage aus digitalen und analogen Photographien.
Münchner Galerien, Museen und Institutionen laden mit ihrem Herbstprogramm „Open Art“ zum Besuch. Zu Gast sind diesmal auch Galeristen-Kollegen aus der ganzen Welt.

Bereits zwei Wochen vor dem traditionellen Münchner Galerienstart ins Herbstprogramm „Open Art“, also mit der Absicht einer Alleinstellung, eröffnete an diesem Wochenende die Kunst­offensive „Various Others“. Zum vierten Mal erarbeiteten Galerien, Museen, Institutionen und Off-Spaces, insgesamt 28 Teilnehmer, mit großem Aufwand ein Programm, das die Außenwahrnehmung von Münchens Bedeutung als Standort zeitgenössischer Kunst unterstreichen will.

Die wichtige Rolle von Netzwerken im Kunstbetrieb betont das Motto „Be my guest“, auch diesmal luden Galeristen Kollegen aus aller Welt ein: Nir ­Altman führt mit Crèvecœur aus Paris und der Wiener Galeristin Sophie Tappeiner vier Künstlerinnen zu einer multimedialen Schau in seinen neuen Räumen zusammen. Bei Klüser 2 gastiert Kuckei + Kuckei aus Berlin mit Lilly Lulays versponnenen Ausflügen in die Auswirkungen digitaler Sphären auf unser Leben. Bei Knust Kunz zog Norma Mangione aus Turin mit analoger „Italianità“ ein, wie sie Werke von Francesco Barocco oder Mario Merz ausmachen. Nagel Draxler hat Besuch von der Night Gallery aus Los Angeles, die Khari Johnson-Ricks mitbringt; der Künstler collagiert fiktive Bildräume aus Papier zu fantastischen Habitats für Menschen und Tiere. Bis zum 10.  Oktober läuft das Begleitprogramm von Various Others mit Künstlergesprächen, Führungen, Buchvorstellungen. Zu den Highlights zählen ein vom Museum Brandhorst initiiertes Instagram-Livegespräch mit Ed Ruscha oder die Sound Performances „Atmospherics“ im Haus der Kunst.

Ebenfalls an diesem Wochenende eröffnete der Münchner Kunstverein mit einer Schau von Bea Schlingelhoff, die seine Komplizenschaft mit den Nationalsozialisten unter die Lupe nimmt. Olaf Nicolais ortsspezifische Intervention „Oskar, eine Camouflage“ lässt den Max-Mannheimer-Platz vorm NS-Dokumentationszentrum unter einem Tarnmuster vermeintlich verschwinden, das auf einen Entwurf Oskar Schlemmers von 1941 zurückgeht.

Quelle: bsa.
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