Vorschau: Neumeister

Orpheus im Wald

Von Brita Sachs
29.03.2019
, 16:20
Neumeister versteigert Alte Kunst in München. Aus dem Angebot sticht eine niederländische Darstellung von Waldtieren heraus, die sich um Orpheus versammelt haben.

Bereits das erste Inventar der Sammlung Augusts des Starken führte das Bild der „Maria Magdalena am Grabe Christi“, das Neumeister in der Auktion Alter Kunst am 20.März anbietet. Verschiedene Zuschreibungen galten dem Werk, das den Wettinern 1924 aus der Dresdner Gemäldegalerie restituiert wurde. Noch aber ist der italienische Maler des 16.Jahrhunderts nicht identifiziert, der sein Faible für Correggios Behandlung des Themas nicht verhehlt (Taxe 5000/7000 Euro). Was los ist, wenn Orpheus die Harfe schlägt, zeigt ein Niederländer des 17.Jahrhunderts: Heerscharen still lauschender Tiere drapiert er um ihn im Wald (8000/12.000). Mit Charles François Grenier de Lacroix und Thomas Patch sind zwei Schüler Claude Joseph Vernets mit Ansichten idealisierter südlicher Häfen vertreten (14.000/18.000 und 18.000/20.000). Bouchers Studie eines Mädchenkopfs, virtuos mit farbigen Kreiden fixiert, sticht bei den Zeichnungen heraus (6000/8000).

Prall mit Landschaftsmalerei bestückt ist das Angebot zum 19.Jahrhundert. Dort dominieren Porträtisten bayerischer Gefilde wie Adolf Lier, Robert Schleich, Josef Wenglein. Fürs Almgenre sorgt Franz von Defregger mit Jugend in Tracht, und unter Tiermalern ist nicht zuletzt Heinrich von Zügel hervorzuheben: Sein frühes Bild wolliger Schafe mit Lamm liegt bei 18.000 bis 22.000 Euro. Laut Bildtitel baden Leo Putz’ FKK-Anhängerinnen am Chiemsee; der Maler konzentrierte sich ganz auf licht- und wasserglänzende Haut (35.000/ 40.000). Eine private Skulpturensammlung gipfelt in der schlanken Madonna aus einer um 1500 in Mittelfranken geschaffenen Kreuzigungsgruppe (26.000/30.000). Aus anderer Quelle kommt eine etwas ältere bezaubernde Maria mit Kind Straßburger Machart (30.000/35.000).

Quelle: F.A.Z.
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