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Vorschau: Karl & Faber

Blaue Alpen, großes Meer

Von Brita Sachs
 - 16:44
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Heinrich Campendonks still verharrende „Kühe im Wald“, eine kleine, eng mit der umgebenden Natur verquickten Herde, führt mit einer Schätzung von 400.000 bis 600.000 Euro Karl & Fabers Abendauktion am ersten Tag der Moderne-Versteigerungen vom 5. und 6. Dezember an. Das Bild von 1919 erscheint bereits im Folgejahr mit Abbildungen in der Literatur, ist also über jeden Zweifel an der Autorenschaft erhaben. Als Mitanführer tritt Liebermanns gleichhoch taxierte, blau und gelb bepflanzte „Blumenterrasse im Wannseegarten“ von 1923 auf. Sechs reizende Landschafts-Petitessen Max Beckmanns, gemalt zwischen 1900 und 1903, gehörten zuerst seiner Schwester, zuletzt Erhard und Barbara Göpel (ab 15.000/18.000 Euro). Pechsteins Bildnis seiner ersten Frau zeigt Charlotte in Rot und Grün einen Spiegel haltend (140.000/160.000). Ausgiebig vertreten ist Erbslöh mit Stadt- und Grünlandschaften (bis 50.000/70.000), und Jawlensky schaut beim Malen von Äpfeln und Birnen 1906 auf das Vorbild Cézannes (250.000/350.000). Auktionstag zwei kann mit der schönen Hamburger Sammlung Preuss aufwarten: „Reiz der Linie“ vereint vorrangig Gezeichnetes von rund 60 Künstlern.

Ein Schwerpunkt gilt der Cobra-Gruppe, hier erfordert ein exemplarisches Blatt von Asger Jorn 10.000 bis 12.000 Euro. Ein anderer Focus liegt auf amerikanischen Konzeptuellen wie Lawrence Weiner, Fred Sandback, Matt Mullican, anzahlmäßig überstrahlt von Blättern Richard Tuttles (4.000 bis 8.000/10.000). Die Folgepartie bietet Alfred Hrdlickas dreiteiligen „Haarmann-Fries“, eine Bronze aus der Werkgruppe zu dem Hannoveraner Serienmörder (40.000/60.000), oder auch „Den Körper hinzu“, eine siebenteilige „Wandformation“ Franz Erhard Walthers von 1983 aus roter Baumwolle, die über Betrachtung hinaus zum Handeln auffordert (250.000/350.000). Erstaunliche, geradezu metaphysische Höhen peilt Yves Kleins blaues „Relief Planétaire Région de Grenoble“ mit einer Schätzung von 45.0000 bis 55.0000 Euro an, das Werk stammt aus einer postumen Auflage von zehn Exemplaren; bescheidener geht Sotos kinetisches Werk „Azul y negro“ mit 100.000 bis 150.000 Euro an den Start. Aus einer Privatsammlung, die sie seit dem Entstehungsjahr 1994 bewahrte, kommen zwei Arbeiten von Neo Rauch zum Aufruf, das Tondo „Plan“ und das grautonige „große Meer“ (je 100.000/120.000).

Quelle: F.A.Z.
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