Auktionen in Zürich

Verführerische Lektüre

Von Felicitas Rhan
30.11.2021
, 11:30
Seltsames Getier und Werke hervorragender Provenienz gehören zu den Highlights der anstehenden Winterauktionen bei Koller in Zürich.
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Kollers winterlicher Auktionsreigen beginnt am 2. Dezember in Zürich – mit einem unbetitelten Werk von Willem de Kooning als Spitzenlos bei den Zeitgenossen für 600.000 bis 900.000 Schweizer Franken: Es scheint, als habe de Kooning längere Zeit an der 45 mal 60 Zentimeter großen Ölgouache gearbeitet, da es neben der gut sichtbaren Signatur noch zwei weitere gibt, die im Laufe des Arbeitsprozesses übermalt wurden.

Von Zdenek Sykora haben ihr Auktionsdebüt zwei Arbeiten aus seiner Serie „Linien“, die ihn bekannt machte: „Linien Nr. 12“ von 1981 (Taxe 150.000 bis 250.000 Franken) und „Linien Nr. 93“ von 1991 (80.000/140.000). Die Beschäftigung mit Kalligraphie von Mark Tobey ist in seinem 1965 entstandenen, großformatigen Bild „Aspects“ deutlich zu erkennen (120.000/180.000). Vom Op-Art-Künstler Victor Vasarely kommt die Schwarz-Weiß-Komposition „Karpat“ aus dem Jahr 1984 (70.000/90.000); und Andy Warhol fertigte um 1957 ein kleines mit Blattgold ummanteltes Porträt einer Näherin (50.000/70.000).

Unter den 87 Losen der Offerte beeindrucken zudem Jan Fabres 26 Zentimeter hohe, absurde Plastik mit vier Schildkröten, die ein menschliches Hirn tragen, (30.000/40.000) sowie die Arbeit „Six Ironing Boards“ von 1990, bei der sich angsteinflößende Wappentiere auf Bügelbrettern räkeln (30.000/50.000).

Zahmer geht es tags darauf zu: Das Highlight unter 63 Losen Schweizer Kunst ist das Bildnis eines Mädchens mit zwei Kätzchen, das Albert Anker 1888 malte. Das Werk von musealer Qualität soll 1,5 bis zwei Millionen Franken erlösen. Von Ferdinand Hodler kommen drei Werke, darunter die 1880 entstandene „Aarelandschaft bei Thun“ (300.000/500.000) und die zwei Jahre später gemalten „Weiden am Genfer See“ (130.000/180.000). Einen in seine Arbeit vertieften Schuhmacher hielt Giovanni Segantini um 1884/85 fest: Das Gemälde stammt aus der italienischen Periode des Malers, bevor er sich dem Divisionismus verschrieb (250.000/350.000). Mit derselben Taxe ist Félix Vallottons aufreizendes Bild „La Liseuse“ von 1922 versehen, das eine lesende Frau porträtiert.

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Erwartungen von 7,5 Millionen Euro

Ebenfalls am 3. Dezember kommen 72 Lose zur modernen Kunst unter den Hammer, angeführt von zwei Werken Paul Klees aus der Sammlung des Genfer Galeristen Georges Moos: Das Aquarell „Ein Seiten-Portal“ entstand kurz vor Klees Tod 1940 (160.000/240.000), die „Kleine Gartenecke“ 1931 (100.000/150.000).

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Das konstruktivistische Gemälde „Komposition 26“ von Walter Dexel entstand 1926, nachdem Dexel durch seine Position als Ausstellungsleiter vom Kunstverein Jena Kontakte zu Laszlo Moholy-Nagy und Theo van Doesburg knüpfte. Im selben Jahr malte er nur noch ein weiteres Ölgemälde auf Leinwand – das Pendant „Figuration 26A“ hängt heute im Museum of Modern Art in New York (80.000/120.000). Ossip Zadkine schuf 1929 seinen 80 Zentimeter hohen Bronze-Vogel (160.000/200.000). Die Erwartungen für Kollers Auktionen liegen bei 7,5 Millionen Franken.

Quelle: ferh
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