Friedensnobelpreis

Maria Ressa, die Unbeugsame

Von Michael Hanfeld
08.10.2021
, 19:43
Maria Ressa im April 2019 in New York.
Video
Warum hat die Journalistin Maria Ressa den Friedensnobelpreis unbedingt verdient? Der Film „Die Unbeugsamen“ von Marc Wiese heute im Ersten zeigt es.
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Wer noch einmal ganz genau wissen will, warum die Journalistin Maria Ressa den Friedensnobelpreis bekommt und warum sie ihn verdient hat, wird bei der ARD fündig. Und zwar heute am Freitagabend. Das Erste nämlich hebt den ursprünglich für den 20. Oktober vorgesehenen Film „Die Unbeugsamen. Gefährdete Pressefreiheit auf den Philippinen“ von Marc Wiese ins aktuelle Programm.

Für den Vorlauf des bemerkenswerten Stücks, das schon auf Arte lief und dessen Macher zwischenzeitlich von der Wochenzeitung Die Zeit auf haltlose Weise angegriffen wurde (zuletzt F.A.Z. vom 2. Juli), war das kein Vorteil. Für die Zuschauer ist es einer, vor allem weil der Film weiterhin in der ARD-Mediathek zu finden ist.

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Marc Wiese legt eindrucksvoll dar, was die Arbeit von Maria Ressa bedeutet: Die Gründerin und Chefredakteurin des Portals „Rappler“, die zuvor als investigative Reporterin für CNN wirkte, riskiert mit ihren Recherchen zu den Praktiken des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte – alles. Sie kämpft für die Wahrheit gegen einen Despoten und ist mit ihren Mitstreitern einem Risiko ausgesetzt, das hiesige Kollegen (Modestichwort „Haltung zeigen“) nicht kennen.

Dass dies vom Nobelpreiskomitee gewürdigt wird, ebenso wie die Arbeit des Chefredakteurs der russischen Nowaja Gaseta, Dmitri Muratow, ist in seiner Wirkung nicht zu überschätzen. Die Machthaber auf den Philippinen und in Russland würden Journalisten am liebsten das Wort entziehen. In Russland werden Journalisten verfolgt und freie Medien zu „ausländischen Agenten“ erklärt; auf den Philippinen wurden zehn Haftbefehle gegen Maria Ressa ausgestellt.

Trailer
„Die Unbeugsamen“
Video: vimeo, Bild: Vimeo/Dreamer Joint Venture

Nun blickt die ganze Welt darauf, wie sie Öffentlichkeit schaffen. „Eine Welt ohne Fakten bedeutet eine Welt ohne Wahrheit und Vertrauen“, sagte Maria Ressa nach der Bekanntgabe des Friedensnobelpreises. Sie werde „einfach weitermachen wie bisher“. Es sei „die beste Zeit, um Journalistin zu sein“. Der Titel des Films von Marc Wiese lautet nicht von ungefähr „Die Unbeugsamen“.

Die Unbeugsamen. Gefährdete Pressefreiheit auf den Philippinen läuft heute um 22.15 Uhr im Ersten. Der Film findet sich auch in der ARD-Mediathek.

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Quelle: F.A.Z.
Michael Hanfeld  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Hanfeld
verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.
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