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Asli Erdogan

Droht der Schriftstellerin ein neuer Prozess?

Aktualisiert am 29.06.2020
 - 17:37
Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan wirft der Regierung ihres Heimatlandes unmenschliches Vorgehen gegen Kritiker vor.
Im Februar war die türkische Schriftstellerin und Journalistin Asli Erdogan vor Gericht vom Vorwurf der „Terrorpropaganda“ freigesprochen worden. Nun will ein neuer Staatsanwalt ihren Fall vor einem höheren Gericht erneut verhandeln.

Die türkische Schriftstellerin und Journalistin Asli Erdogan, die im Exil in Deutschland lebt, war Mitte Februar nach langem Kampf in der Türkei vor Gericht von den Vorwürfen der „Propaganda für eine illegale Organisation“, „Mitgliedschaft bei einer terroristischen Organisation“ und „Volksverhetzung“ freigesprochen worden. Nun soll sie abermals vor Gericht: Ihr Anwalt habe ihr eine Nachricht bestätigt, der zufolge ein neu zugewiesener Staatsanwalt dem Freispruch in ihrem Verfahren Mitte Juni nach vier Monaten (die legale Frist beträgt zwei) widersprochen und den Fall vor ein höheres Gericht getragen habe.

In einer E-Mail fragt Erdogan: „Wie kann es einen neuen Staatsanwalt für einen abgeschlossenen Fall geben? Vor allem, nachdem die Frist für einen Einspruch abgelaufen ist?“ Zudem habe der ursprünglich mit diesem Fall bertraute Staatsanwalt dem Freispruch nicht widersprochen. Auch ihren Anwalt habe man zunächst nicht verständigt.

Viereinhalb Monate war die Schriftstellerin 2016 im Bakirköy-Gefängnis in Istanbul in Haft. Am 29. Dezember, dem Tag, an dem ihr Prozess begann, wurde sie, schwer krank, überraschend aus dem Gefängnis entlassen. Im September 2017 durfte sie die Türkei verlassen. Sie ging nach Deutschland. Der Prozess – und mit ihm die Entscheidung über Erdogans und das Leben vieler anderer – war seit mehr als drei Jahren immer wieder verschleppt, die Anklage wieder und wieder verschoben worden.

Asli Erdogan wendet sich in diesen Fällen oft selbst an die Presse. Sie weist jedoch daraufhin, dass es nicht mehr nur um (ihre) Rede- und Meinungsfreiheit gehe. Die Türkei habe den Menschenrechten, der Literatur und dem Gewissen eines jeden den Krieg erklärt. Dagegen müsse ein jeder seine Stimme erheben.

Quelle: F.A.Z./wei.
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