China

Eingebaute Internetzensur

Von Michael Müller
09.06.2009
, 11:40
China plant im Internet den Bau einer neuen unsichtbaren Mauer
Die chinesische Regierung bastelt weiter an einer großen Schutzmauer im Internet: Vom 1. Juli an sollen alle Computer über eine Software verfügen, die automatisch ausgewählte Internetseiten blockiert.
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Die chinesische Regierung baut weiter an der Großen Mauer - nicht an der historischen, die ließ der erste chinesische Kaiser Qin Shin Huangdi 214 vor Christus errichten. Derzeit wird an der Great (Fire-)Wall im Internet gebastelt: Vom 1. Juli an sollen alle in China verkauften Computer über eine Software verfügen, die automatisch ausgewählte Internetseiten blockiert. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat die chinesische Firma Jinhui beauftragt, die sogenannte „Green Dam Youth Escort“-Software zu entwickeln.

„Grün“ steht für das Internetsurfen frei von pornographischen Inhalten. Mit Hilfe des „Grünen Damms“ wolle die Regierung den Aufbau einer „grünen, gesunden und harmonischen Umgebung im Internet“ gewährleisten. Schädigende Inhalte sollen der chinesischen Jugend erspart bleiben. Die Computer werden über den „Grünen Damm“ mit einer regelmäßig aktualisierten Datenbank verbunden. Ist die Internetadresse aufgeführt, wird der Zugang geblockt.

Computerfirmen vor schwieriger Wahl

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Die Anordnung der Regierung stellt die Computerhersteller vor die Wahl, entweder die Richtlinie zu ignorieren oder sich an der Zensur zu beteiligen. Eine Sprecherin von Hewlett-Packard bestätigte dem „Wall Street Journal“, man stehe in engem Austausch mit der chinesischen Regierung und versuche eine Lösung zu finden. Hewlett-Packard wolle dem Benutzer größtmögliche Leistungsvielfalt bieten, ohne dabei Regierungsrichtlinien zu verletzen.

Die chinesische Regierung ist bekannt dafür, missliebige Seiten im Internet zu blockieren. Zum zwanzigsten Jahrestag der Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens waren die Seiten von CNN, BBC, Facebook und Youtube von China aus nicht zu erreichen.

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Quelle: F.A.Z.
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