Vorsorge gegen Corona-Schäden

Der Ausfallfonds fürs Fernsehen kann starten

Von Helmut Hartung
17.12.2020
, 14:07
Zukunft ungewiss: Auch die Fernsehbranche leidet unter der Corona-Pandemie.
Neun Bundesländer und die Sendergruppen sichern Fernsehproduktionen gegen Pandemieschäden ab. Dafür stellen die Länder 43 Millionen Euro bereit.
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Für die Fernsehproduzenten ist es mehr als eine frohe Botschaft: Es wird einen Ausfallfonds für Produktionsunternehmen geben. Rückwirkend zum 1. November erhalten sie für den Zeitraum der Dreharbeiten eine finanzielle Unterstützung durch den neu geschaffenen Ausfallfonds II, wenn sie aufgrund einer coronabedingten Produktionsstörung einen finanziellen Schaden erleiden und eine übliche Versicherung keine Absicherung gewährt.

Der Start des Hilfsfonds hatte sich verzögert, weil einige Länder Probleme hatten, ihre Hilfsmittel noch für dieses Jahr durch die Landesparlamente genehmigt zu bekommen. „Produktionsunternehmen erhalten nun die dringend benötigte Sicherheit für Dreharbeiten in Zeiten der Corona-Pandemie. Es freut mich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit den Sendern ein solches Programm zu entwickeln“, sagte der für Medien zuständige Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski. „Nordrhein-Westfalen ist Fernsehstandort Nummer eins in Deutschland. Deshalb beteiligt sich das Land mit insgesamt sechzehn Millionen Euro so stark wie kein anderes Land am Ausfallfonds II.“ ARD und ZDF begrüßten die Einrichtung des Fonds. Karola Wille, MDR-Intendantin und ARD-Filmintendantin, sagte, die öffentlich-rechtlichen Sender hätten seit Beginn der Pandemie die Auftragsproduzenten verlässlich unterstützt. Das Engagement von Ländern, Sendern und Produktionswirtschaft sei ein wichtiges Signal. Nach den Worten von Henning Tewes, Ko-Geschäftsleiter TVNow der Mediengruppe RTL Deutschland, habe man gemeinsam nach Lösungen gesucht. Die Sender hätten sich dabei klar zu ihrer Verantwortung bekannt.

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Der Hilfsfonds soll Schäden ausgleichen, die im In- oder Ausland aus Covid-19-bedingten Störungen resultieren und die vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, privaten Sendern oder einem Streaming-Anbieter beauftragt wurden. Abgesichert sind Dreharbeiten aus den Bereichen Fiction, Show, Unterhaltung, Dokumentarfilm und Dokumentation sowie Animationsprojekte. Entsprechend der Richtlinie steht die Zahlung unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Haushaltsmittel. Nur der Produzent kann mit Hilfsgeldern rechnen, der seinen Hauptsitz in einem Bundesland hat, das am Ausfallfonds II beteiligt ist. Bei Koproduktionen ist der federführende Koproduzent antragsberechtigt. Insgesamt haben sich neun Bundesländer zu Einzahlungen verpflichtet. Die Höchstgrenze für Ausgleichzahlungen liegt bei 800.000 Euro.

Die Länder, die dem Ausfallfonds beigetreten sind, übernehmen bis zu 57,5 Prozent des anerkannten Schadens, die Fernsehanbieter und Streaming-Dienste 32,5 Prozent. Die Selbstbeteiligung des Produzenten beträgt zehn Prozent, mindestens aber 10.000 Euro. Die Antragstellung erfolgt bei der Filmförderanstalt FFA. Dafür muss ein Nachweis des Auftraggebers der Produktion zur Übernahme der Schadenssumme von mindestens 32,5 Prozent vorliegen. Die FFA beauftragt ein Versicherungsunternehmen mit der Abwicklung.

Der von der Bundesregierung initiierte Ausfallfonds I sichert nur Kinofilme und hochwertige Serien ab. Daher haben sich Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zusammengeschlossen und eigenständig den Ausfallfonds II aufgebaut. Gemeinsam beteiligen sich diese Länder mit mehr als 43 Millionen Euro am Ausfallfonds II. Anträge können vom 1. Januar an gestellt werden. Laufen soll der Fonds bis zum 31. Dezember 2021.

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Quelle: F.A.Z.
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