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Die AfD und die Medien

Von welcher Revolution träumt die „Alternative“?

EIN KOMMENTAR Von Michael Hanfeld
 - 17:35

Die AfD ist ganz nah dran – an den Leuten, die in Chemnitz auf die Straße gehen, Fremdenhass verbreiten und Demokratie und Staat herausfordern. Und sie ist ganz nah bei denen, die „Lügenpresse“ brüllen und Journalisten bedrängen. So hat die AfD-Fraktion im Hochtaunuskreis, wie die „Frankfurter Neue Presse“ notiert, jetzt bei Facebook mit Blick auf die Berichterstattung der „Tagesthemen“ gepostet: „Zu Beginn einer Revolution haben die Staatsberichterstatter noch die Chance, sich vom System abzuwenden und die Wahrheit zu berichten! Bei uns bekannten Revolutionen wurden irgendwann die Funkhäuser sowie die Presseverlage gestürmt und die Mitarbeiter auf die Straße gezerrt. Darüber sollten die Medienvertreter hierzulande einmal nachdenken, denn wenn die Stimmung endgültig kippt, ist es zu spät!“ Dafür, dass die Stimmung „kippt“, tut die AfD einiges.

So wie manche Linke (auch Medien) Schwierigkeiten damit haben, Gewalt zu verurteilen, wenn sie von Linksextremen kommt. So wie bei manchen das Tötungsdelikt in Chemnitz als Auslöser der Aufmärsche kaum der Erwähnung wert ist, befeuert die AfD das Selbstermächtigungsdenken der Rechtsextremen. Sie reden von „Revolution“, meinen aber die Abschaffung der Demokratie.

Welche Revolution schwebt der AfD denn vor? Die französische, die Oktoberrevolution, die kubanische, die chinesische Kulturrevolution oder vielleicht die „Islamische Revolution“ der Ajatollahs? Journalisten auf die Straße zerren zu wollen, klingt danach und nicht nach der (gescheiterten) Revolution anno 1848, die von Demokraten getragen wurde. Die AfD verwirrt die Begriffe, wie wir es von ihr kennen, und testet aus, wie weit sie gehen kann. Der Deutsche Journalisten-Verband will sie vom Verfassungsschutz beobachten lassen. „Für die AfD sind wir Journalisten der Gegner“, sagt der DJV-Chef Frank Überall. Das ist nicht erst seit der Einlassung der AfD im Hochtaunuskreis klar.

Quelle: F.A.Z.
Michael Hanfeld
verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.
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