FAZ plus ArtikelNetflix-Doku „Schumacher“

Mein Vater, Michael Schumacher und ich

Von Florentin Schumacher
26.09.2021
, 08:12
Der Rennfahrer Michael Schumacher.
Mein Vater hieß Michael Schumacher. Er identifizierte sich mit seinem Namensvetter so sehr, dass für mich als Kind beide zu einer Person wurden. Bei der Netflix-Doku über den Rennfahrer wiederholte sich das jetzt wieder.
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Ich lag auf dem Sofa, schaute bei Netflix die Doku „Schumacher“ und googelte Bilder zur Rennkarriere, und auf einmal war da seine Autogrammkarte. Sie überraschte mich, diese Edding-Unterschrift – das markante M. und das geschwungene, raumnehmende Sch –, aber es überraschte mich bloß kurz. Vorn links aus der Schublade im Schreibtisch, wo sie immer liegt, nahm ich die weich gewordene Visitenkarte heraus – Michael Schumacher, Rechtsanwalt –, drehte das Kärtchen um und hielt es neben das Handy.

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Mit Kugelschreiber hatte auf der Rückseite mein Vater für mich unterschrieben, vor sicher zwanzig Jahren, damit ich seine Unterschrift nachmachen konnte und den Schwung raus- und reinbekam, denn wir wollten beide auf keinen Fall, dass ich die dünne, viel zu lange, total unglamouröse Doppelnamenunterschrift meiner Mutter kriegte. Aber es war ja nicht mal seine Unterschrift. Er hatte auch kopiert, wie ich, ein Fan bei seinem Star.

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Quelle: F.A.S.
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