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Wie Facebook tarnt und täuscht

Von Stefan Herwig
28.10.2021
, 17:19
Was Mark Zuckerberg der Politik sagt (hier im April 2018 bei einer Anhörung in Washington), ist das eine. Das andere sind die internen Facebook Files.
Die geleakten Papiere des Netzkonzerns zeigen, was Facebook wirklich macht. Gegen Hassposts geht es nicht mit Menschen, sondern Künstlicher Intelligenz vor. Und es macht Beiträge unsichtbar. Ein Gastbeitrag.
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In dieser Woche gehen die Facebook-Leaks des Wall Street Journal in ihre 13. und 14. Runde. Mittlerweile sind die von der Whistleblowerin Frances Haugen ausgelösten Enthüllungen wohl zur größten Unternehmenskrise des Netzwerkkonzerns seit dem Cambridge-Analytica- Skandal 2017 avanciert. Die jüngsten Enthüllungen sind gerade für Deutschland interessant. Sie deuten nämlich darauf hin, wie Facebook mit dem deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) umgeht. Sie zeigen, wie kreativ und intransparent Facebook Gesetzesvorgaben aushebelt.

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Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz wurde Ende 2017 verabschiedet. Es verpflichtet große Social-Media-Plattformen wie Youtube, Twitter und Facebook zu einem strikten Vorgehen gegen strafrechtlich relevante Inhalte. Die Konzerne hatten bis dahin nur langsam und ineffizient auf Meldungen ihrer Nutzer reagiert, die ein neues Phänomen der damals nicht mehr ganz so heilen Social-Media-Welt adressierten: Hetze und Hass griffen um sich. Das Gesetz sieht vor, dass große Plattformen Hassrede, Beleidigungen und Volksverhetzung innerhalb von 24 Stunden nach Anzeige löschen sollen. Für weniger eindeutig zu beurteilende Inhalte haben die Plattformen eine Woche Entscheidungszeit. Facebook stockte daraufhin die Zahl seiner in Deutschland tätigen Moderatoren deutlich auf und mietete neben einem bestehenden Löschzentrum in Berlin ein zweites Löschzentrum in Essen, welches von dem Dienstleister Competence Call Center betrieben wird. Insgesamt sollen von 2018 an 1200 Mitarbeiter für Facebook in Deutschland Inhalte moderieren, um Hassrede zu entfernen und auf Nutzermeldungen zu reagieren. „Diese Investitionen sind ein wichtiger Schritt im Vorgehen gehen Hasskommentare auf Facebook“, ließ der Konzern verlauten.

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Quelle: F.A.Z.
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