FAZ plus ArtikelUltrahohe Frequenzen

Die Funkfrequenzen der Zukunft sind umkämpft

Von Torsten J. Gerpott
22.07.2021
, 15:34
Ein Sendemast für den Mobilfunk-Standard 5G
An wen sollen die ultrahohen Frequenzen (UHF) künftig gehen? An Rundfunk und Kultur oder an den Mobilfunk? Beide Lager haben Argumente. Entscheiden sollte man jetzt noch nicht.

Zurzeit arbeiten Experten für die Weltfunkkonferenz der internationalen Fernmeldeunion, die 2023 in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden soll, an einer deutschen Position zur Nutzung von ultrahohen Frequenzen (UHF) im Bereich 470 bis 694 MHz nach dem Jahr 2030. Diese Aktivitäten werden von einer breiteren Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen. Sie sind aber für die technische Zukunft des digitalen Rundfunkempfangs über Antenne, der heute in Deutschland ­mittels der DVB-T2-Fernseh- und DAB+-Radiostandards erfolgt, aber von großer Bedeutung.

Zwei Lager stehen sich gegenüber. Rundfunk- und Kulturveranstalter plädieren dafür, dass die Frequenzen weiter primär für die terrestrische Verbreitung von klassischen linearen Fernseh- und Radiosendern sowie für im Kulturbereich eingesetzte drahtlose „Programme Making and Special Events-Systeme“ wie etwa Mikrofone verwendet werden. Hingegen fordern Mobilfunknetzbetreiber eine dritte digitale Dividende, mit der ultrahohe Frequenzen für funkgestützte breitbandige elektronische Kommunikationsdienste (mobile Internetanschlüsse) möglichst vorrangig gegenüber dem Rundfunk ebenfalls für solche Angebote genutzt werden dürfen.

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