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FAZ plus ArtikelCNN-Reporter James Griffiths

Eine App, sie alle zu knechten

Von Cornelius Dieckmann
 - 06:24
Applaus, Applaus, Applaus: Vor zwei Jahren brachte WeChat das Spiel „Clap for Xi Jinping: A Great Speech“ heraus, bei dem man dem KP-Chef virtuell beklatschen konnte. Seine Rede dauerte drei Stunden.

Sie haben ein Buch über die Internetzensur in China geschrieben. Ein Kapitel heißt „Eine App, sie alle zu knechten“. Sie meinen damit „WeChat“, eine App, die den Alltag der Chinesen durchdringt. Was hat es damit auf sich? Ist es zu spät, um WeChats Macht einzudämmen?

Das Problem ist, dass die Regierung keinerlei Interesse daran hat. Es ist sehr nützlich für sie, wenn sie sich nur an ein einziges Unternehmen wenden muss, um umfassende Personendaten einzusehen. Alle möglichen Funktionen, von der Taxizentrale bis zur Stromrechnung, sind bei WeChat versammelt. Selbst wenn eine Person keine Nachrichten über die App verschickt, ist sie ständig mit WeChat in Berührung. Tencent, das Mutterunternehmen von WeChat, behauptet zwar, es würde keine Informationen an den chinesischen Staat weitergeben, aber es ist sogar gesetzlich dazu verpflichtet, wenn die Regierung eine solche Aufforderung ausspricht. Hinzu kommen vermutlich außerrechtliche Wege, um an die Daten zu gelangen. Für das von der Regierung angestrebte Sozialkreditsystem erleichtert das die Erstellung von Profilen, auf deren Basis Menschen belohnt oder bestraft werden sollen.

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James Griffiths ist CNN-Reporter in Hongkong. Sein Buch „The Great Firewall of China. How to Build and Control an Alternative Version of the Internet“ ist bei Zed Books erschienen (London 2019. 288 S., geb., 22,- €).

Quelle: F.A.Z.
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