Verträge mit Verlagen

Google zahlt

EIN KOMMENTAR Von Michael Hanfeld
20.11.2021
, 18:02
Nutzt seine Vormachtstellung im Netz: Google gewöhnt sich erst langsam an die Gesetze in der EU.
Gibt es ein Gesetz, gerät sogar Google in Bewegung: Der Digitalkonzern schließt Verträge mit Medienhäusern über das Leistungsschutzrecht ab. Das ist für Urheber eine gute Nachricht.
ANZEIGE

Leistung muss sich lohnen. Das ist nicht nur ein Spruch, es ist ein Grundsatz, der im digitalen Zeitalter zuschanden zu gehen drohte und droht – weil geistige Leistung, geistiges Eigentum, das Werk von Urhebern, Verlegern und Verwertern durch das Geschäftsmodell der Digitalkonzerne in Frage gestellt sind.

ANZEIGE

Dem gebietet das neue Urheberrecht Einhalt, das in der EU gegen massiven Widerstand der GAFA und ihrer Helfer durchgesetzt wurde. Es umfasst ein „Leistungsschutzrecht“ der Presseverleger, mit deren Inhalten ein Konzern wie Google, auch wenn er das Gegenteil behauptet, Umsatz macht.

Siehe da: Gibt es ein Gesetz, das Rechtsansprüche formuliert, bewegt sich Google. So tat der Konzern kund, er habe mit Presseverlagen Verträge über das Leistungsschutzrecht geschlossen. Im ersten Schwung sind Der Spiegel, Die Zeit, Handelsblatt, Tagesspiegel, Ströer (T-Online), Golem und Netzwelt dabei. Weitere Gespräche „mit großen und kleineren Verlagen“ befänden „sich in einem fortgeschrittenen Stadium“.

Reden will Google sogar mit der Verwertungsgesellschaft Corint Media, die dem Konzern eine Rechnung über 420 Millionen Euro geschickt hat, von der man bei Google meint, sie entbehre jeder Grundlage. Ob es dabei bleibt?

Es dürfte eine Frage des Preises sein. Über den schweigen sich die Beteiligten aus, eines wird versichert: Die Ansprüche der Urheber – Autoren und Redakteure – auf einen Anteil von mindestens einem Drittel der Einnahmen der Verleger aus dem Leistungsschutzrecht, wie es das Urheberrechtsgesetz in Paragraph 87 k vorschreibt, seien gewahrt. Google sagt: „Zu den Details der Verträge können wir keine Auskunft geben.“ Darauf kommen wir noch zurück.

ANZEIGE
Quelle: F.A.Z.
Michael Hanfeld  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Hanfeld
verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE