FAZ plus ArtikelPodcast-Pionier Thomas Mann

„Mannsplaining“ mit positivsten Folgen

Von Christoph Bieber, Pacific Palisades
12.08.2022
, 20:13
Thomas Mann, hier aufgenommen vor seinem Exil, im Jahr 1929
Pionierarbeit ohne Wissen darum: Die Ansprachen von Thomas Mann aus dem Exil an „Deutsche Hörer“ setzten auf heute ganz aktuelle Rezeptionsbedingungen. Ein Gastbeitrag.
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Zurzeit sorgt in Deutschland der auf den ersten Blick unscheinbare Twitter-Account @DailyMann für Aufsehen – dort veröffentlicht der Berliner Germanist Felix Lindner jeden Tag einen scheinbar willkürlich ausgewählten Auszug aus Manns Tagebüchern: „Starke Schleim­absonderung. Sollte wohl nicht rauchen.“ Oder: „Ratlosigkeit und tägliche Entnervtheit nach 3stündiger Arbeit.“ So lesen sich typische Tweets, die die inzwischen fast 14.000 Follower ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Weiterleitungen, Erwähnungen und Antworten wächst beständig.

Kurztexte von Thomas Mann?

Nun gilt Thomas Mann eher nicht als Experte für Kurztexte, doch dieser spezielle Zugang zu seinen Tagebüchern zeigt, dass der Literaturnobelpreisträger bisweilen an unerwarteter Stelle in aktuelle Medienkontexte eingebettet werden kann. Dies gilt auch für ein weiteres Format, das zuletzt erheblich an Popularität gewonnen hat: Podcasts, also digitale Audio-Inhalte, die meist als Serie konzipiert sind und abonniert werden können. Mit etwas Mut lässt sich behaupten, dass Thomas Mann einen sehr frühen Vorläufer davon mitentwickelt hat, er gewissermaßen ein Podcaster avant la lettre gewesen ist.

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