Keine Auslieferung an die USA

Megaupload-Macher bleiben in Neuseeland

10.05.2022
, 17:57
Ihm droht die Auslieferung in die Vereinigten Staaten nach wie vor: Kim „Dotcom“ Schmitz.
Zwei Macher der früheren Tauschplattform „Megaupload“ können die Auslieferung von Neuseeland in die Vereinigten Staaten vermeiden. Für den Gründer Kim „Dotcom“ Schmitz, dem massive Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen werden, sieht das anders aus.
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Zwei frühere Kollegen des umstrittenen deutschen Internetunternehmers Kim Dotcom werden von Neuseeland nicht an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Sie hätten sich mit der neuseeländischen Regierung und den USA darauf geeinigt, wegen ähnlicher Vergehen in Neuseeland vor Gericht gestellt zu werden, teilten die früheren Mitbetreiber der Onlineplattform Megaupload, Mathias Ortmann und Bram van der Kolk, mit. Damit droht nur noch Kim Schmitz alias „Dotcom“ die Auslieferung an die USA.

Die amerikanischen Behörden werfen ihm und drei weiteren Betreibern massive Urheberrechtsverletzungen, Betrug und Geldwäsche vor. Schmitz hatte 2005 Megaupload gegründet. Dort konnten Nutzer Dateien kostenlos hoch- und herunterladen. Nach Ansicht des amerikanischen Justizministeriums diente die Seite ausdrücklich als Tauschbörse für urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Filme, Fernsehprogramme und andere Dateien.

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Im Januar 2012 schalteten die amerikanischen Behörden Megaupload ab, neuseeländische Polizisten durchsuchten Dotcoms Anwesen in Auckland, beschlagnahmten Kunstwerke und Luxusautos und nahmen ihn fest. Seitdem wehrten er und seine Kollegen sich gegen eine Auslieferung. Ortmann und van der Kolk sagten, der Fall habe ihr „Leben schwer belastet“. Sie wollten Neuseeland nicht verlassen. Das FBI stuft Megaupload als größten Fall von Urheberrechtsverletzung der amerikanischen Geschichte ein. Die Plattform habe einen Gewinn von 175 Millionen Dollar erzielt, der Schaden betrage mindestens 500 Millionen Dollar. Dotcom und seine Mitangeklagten wiesen die Vorwürfe stets zurück. Bei einer Auslieferung drohen Dotcom bis zu 20 Jahre Haft.

Quelle: F.A.Z.
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