Michael-Althen-Preis

Am 16. August ist Einsendeschluss

04.08.2022
, 15:52
Michael Althen
Zum elften Mal vergibt die F.A.Z. den MIchael-Althen-Preis für Kritik. Noch bis zum 16. August kann man sich bewerben - oder Texte, die preiswürdig erscheinen, einreichen.
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In knapp zwei Wochen ist Einsendeschluss: Zum elften Mal vergibt die F.A.Z. den Michael-Althen-Preis für Kritik. Und noch bis zum 16. August können Autorinnen und Autoren, Redaktionen, aber auch Leser, die einen Artikel für preiswürdig halten, die entsprechenden Texte einreichen (per Post an die F.A.Z. oder per Mail an michael-althen-preis@faz.de). Be­sondere Formalitäten sind nicht nötig; der Text sollte lesbar sein und in einem Zustand, dass man ihn kopieren und an die Juroren weiterleiten kann. Der Michael-Althen-Preis will an den 2011 verstorbenen Filmkritiker und Feuilletonredakteur Althen erinnern und eine Form der Kritik, wie er sie verstand, fördern und ehren: Kritik, die, einerseits, sich selbst und ihre Bedingungen reflektiert. Und die, andererseits, die Emotionen zulässt, ohne die es keine interessanten Werke gibt. Die Auswahljury, nämlich Sandra Kegel, Feuilletonchefin der F.A.Z., und An­dreas Rosenfelder, Feuilletonchef der „Welt“, hat dann einen Monat Zeit für eine Shortlist. Und wenn das Feiern im Herbst noch möglich ist, wird der preis im Oktober in Berlin verliehen.

Im Oktober 2012 wurde der Michael-Althen-Preis für Kritik zum ersten Ma, vergeben. Preisträgerin war die Autorin Sarah Khan – mit einem Text über die Fernsehserie „Dr. House“. Im Oktober 2013 gewann Willi Winkler mit einem Text aus der Süddeutschen Zeitung über Karlheinz Deschner, den inzwischen verstorbenen Schriftsteller und Autor der „Kriminalgeschichte des Christentums.“ 2014 gewann Hans Hütt mit einem Versuch über die „Angst vor der Gleichheit“, einem Blogeintrag. Im Oktober 2015 ging der Preis an Rupprecht Podszun für seinen Text „Bitte nix mixen!“, den Bericht vom Urheberrechtsprozess um Frank Castorfs Münchner „Baal“-Inszenierung. 2016 gewann Kia Vahland mit der Reportage Meister, die vom Himmel fielen, die in der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen ist. Und im Oktober 2017 gewann Lara Fritzsche mit „Neuauflage“, einem Porträt der Schriftstellerin und Filmregisseurin Helene Hegemann, das im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschien. Im Jahr 2018 bekam Antje Stahl den Preis für ihren Text „No more Frauenghetto, bitte!“, der in der Neuen Zürcher Zeitung erschien. Und im Jahr 2019 wurde Verena Lueken geehrt, Redakteurin in Feuilleton der F.A.Z, für „Das ist das Leben“, ein Lob des amerikanischen Schriftstellers Richard Ford. In den vergangenen beiden Jahren wurde der Preis, coronabedingt, ganz ohne Feier vergeben - an Mareike Nieberding, für ihren Artikel „Flucht & Sühne“, ein Porträt der französischen Schriftstellerin Alice Zeniter, der im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschien. Und an Ulrich Gutmair für „Kebabträume in der Mauerstadt“, der im „Merkur“ erschienen ist.

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Begriffe sind selten wasserdicht

Auch in diesem Jahr schreibt die F.A.Z. wieder den Michael-Althen-Preis für Kritik aus. Es geht um Kritik, die nicht unbedingt recht haben will, um Kritik, die sich die eigenen Gefühle nicht mit wasserdichten Begriffen vom Hals hält, um Kritik, die vom Bewusstsein lebt, dass analytische Schärfe und Wahrhaftigkeit der Emotion einander nicht ausschließen.

Wir hoffen, dass der Preis beides leisten kann: an den Verlust zu erinnern – und zugleich zu versuchen, diesen Verlust zu lindern. Und weil sich große Jurys nur auf kleine Nenner einigen, wird die Jury klein bleiben und besetzt sein mit Menschen, über welche sonst Kritiken geschrieben werden: Autoren, Schauspielern, Regisseuren. Und so setzt sich die Jury zusammen:

Claudia Michelsen
Claudia Michelsen Bild: Felix Seuffert

Claudia Michelsen

Die Schauspielerin Claudia Michelsen (*1969 in Dresden, lebt in Berlin) begann ihre Karriere mit fünfzehn Jahren an der Berliner „Ernst Busch“ Schauspielschule, spielte mit Neunzehn an der Volksbühne und später Hauptrollen in Jean-Luc Godards „Deutschland Neu(n) Null“ oder in „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“. Sie gewann bereits zwei Grimme-Preise, den ersten 2013 für ihre Rolle in „Der Turm“, den zweiten im Jahr darauf für ihre Leistung im Fernsehspiel „Grenzgang“. Im Frühjahr 2016 spielte sie eine der Hauptrollen im allseits hochgelobten Dreiteiler „Ku’damm 56“. Zuletzt war sie in der Serie „Das Begräbnis“ zu sehen

Dominik Graf
Dominik Graf Bild: dpa

Dominik Graf

Der Regisseur Dominik Graf (*1952 in München) dreht Kino- und Fernseh-Filme, insbesondere Krimis. In seiner vielgelobten zehnteiligen Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ beschäftigte er sich intensiv mit dem Mafiamilieu. Er gewann zehn Mal und damit so oft wie noch kein anderer den Grimme-Preis, zuletzt 2012 für „Dreileben“. Für die Filmessays „München – Geheimnisse einer Stadt“ und „Das Wispern im Berg der Dinge“ arbeitete Graf mit Michael Althen zusammen. Sein Schiller-Film „Die geliebten Schwestern“ schaffte es 2013 in den Wettbewerb der Berlinale. Grafs filmische Hommage an Michael Althen „Was heißt hier Ende?“ war für den Deutschen Filmpreis 2016 nominiert. Zuletzt lief sein seine Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian“ in den Kinos.

Daniel Kehlmann
Daniel Kehlmann Bild: Helmut Fricke

Daniel Kehlmann

Daniel Kehlmann (*1975 in München, lebt in Wien und Berlin) hatte mit der „Vermessung der Welt“ den größten internationalen Bucherfolg eines jungen deutschen Autors seit langer Zeit, indem er die abenteuerlichen Weltreisen von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß halbfiktional erzählte. Der Sohn des Filmemachers Michael Kehlmann studierte Philosophie, verehrt die großen Erzähler wie Updike und bewegt sich in seinen Roman immer knapp an der Grenze zum Traumhaften. 2013 kam sein Roman „F“ heraus. Unter dem Titel „Kommt Geister“ hielt er 2014 die Frankfurter Poetik-Vorlesungen, die auch als Buch erschienen sind. Zuletzt ist sein Roman „Tyll“ erschienen, allseits gelobt von der Literaturkritik und ein großer Erfolg beim Publikum. Im März 2018 erhielt er für seine „subtile Analyse der deutschen Vergangenheit und Gegenwart“ den Frank-Schirrmacher-Preis. Die englische Übersetzung von „Tyll“ war für den Booker Prize nominiert.

Tom Tykwer
Tom Tykwer Bild: Jens Gyarmaty

Tom Tykwer

Tom Tykwer (*1965 in Wuppertal) ist Regisseur von „Das Parfum“, „Lola rennt“, „Der Krieger und die Kaiserin“ und dem Agentenfilm „The International“. Er produzierte unter anderem „Absolute Giganten“ und initiierte das Kollektiv-Filmprojekt „Deutschland 09“, an dem große Teile der deutschen Regie-Elite beteiligt waren. Tykwer ist außerdem Musiker und hat alle seine Filme musikalisch vertont. 2015 war Tykwer als Regisseur und Komponist an der Netflix-Serie „Sense8“ beteiligt. Seine Verfilmung des Dave Eggers Romans „Ein Hologramm für den König“ kam 2016 in die deutschen Kinos. Tykwer arbeitet an den neuen Staffeln für die Serie „Babylon Berlin“, deren erste, zweite und dritte Staffel auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit großem Erfolg gelaufen sind.

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Quelle: F.A.Z.
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