FAZ plus ArtikelNach Schlesingers Rücktritt

Der RBB liegt in Trümmern

Von Michael Hanfeld
08.08.2022
, 05:49
Nun ermittelt die Justiz gegen sie: die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger.
Zuerst trat sie als ARD-Vorsitzende zurück, dann als Intendantin des RBB. Patricia Schlesinger hat die Reißleine gezogen. So vermeidet sie einen erzwungenen Abgang. Ihr Sender braucht einen Neuanfang, der sich gewaschen hat.
ANZEIGE

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ist wirklich fix, man könnte auch sagen: Er eilt den Dingen einen Schritt voraus. Als Patricia Schlesinger am vergangenen Donnerstagabend ihren Rückzug als Vorsitzende der ARD bekanntgab, riet der Bundesvorsitzende des DJV, Frank Überall, der Intendantin des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB) im selben Atemzug: Sie solle sich fragen, ob es ratsam sei, an der Spitze des Senders zu verbleiben. Kaum war am Sonntagabend Schlesingers Rücktritt als Intendantin verkündet, hieß es von der Journalistengewerkschaft, es brauche an der Spitze des Senders „einen überzeugenden Neuanfang“. Genau so ist es. Doch einen Augenblick sollte man schon innehalten, auf den Status Quo schauen und fragen: Was war denn das? Was hat wer mit wem ausgeklüngelt? Und dann: Was muss sich ändern?

Plötzlich war der Rundfunkrat wach

Dass Patricia Schlesingers nun auch als Intendantin aufhört, dürfte damit zu tun haben, dass der Rundfunkrat ihres Senders für den heutigen Montag eine Sondersitzung anberaumt hat, die auf ihren erzwungenen Rücktritt hätte hinauslaufen können. Bis dato hatte das Aufsichtsgremium nicht den Eindruck vermittelt, es komme seiner Aufgabe mit verschärftem Einsatz nach. Die Rundfunkratsvorsitzende Friederike von Kirchbach hatte die Einladung des Brandenburgers Landtags, sich zu den Vorwürfen vermuteter Vetternwirtschaft im Sender zu äußern, ebenso ausgeschlagen wie die Intendantin Schlesinger und der Verwaltungsratsvorsitzende des RBB, Wolf-Dieter Wolf, der in der Affäre eine zentrale Rolle spielt.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: FAZ.NET
Michael Hanfeld  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Michael Hanfeld
verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.
  Zur Startseite
Lesermeinungen
Alle Leser-Kommentare
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Bildungsmarkt
Alles rund um das Thema Bildung
Sprachkurs
Verbessern Sie Ihr Englisch
Sprachkurs
Lernen Sie Französisch
EBook
E-Book-Reader im Test
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
ANZEIGE