Palin-Double

Wer ist die Echte?

Von Nina Rehfeld, Phoenix
30.10.2008
, 12:01
Kaum zu glauben: Dies ist nicht Sarah Palin.
Die amerikanische Komikerin Tina Fey sorgt als Kopie Sarah Palins für Aufsehen: Selbst Kollegen können die beiden nicht auseinander halten. Doch am komischsten ist es, wenn das Double Passagen Palins wortgetreu wiedergibt.
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Einen Gefallen hat sich Sarah Palin wohl nicht damit getan, dass sie am vorvergangenen Wochenende ihrem Double Tina Fey in der Comedy-Show „Saturday Night Live“ gegenübergetreten ist. Seit Wochen prägt in der amerikanischen Öffentlichkeit Feys Palin-Parodie das Bild der republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin, und nun half Sarah Palin selbst mit, ihr Image untrennbar mit Tina Feys Interpretation ihrer selbst als der ahnungslosen Hockey-Mama aus Alaska zu verschmelzen. John McCain überraschender Coup ihrer Berufung ist, da sich das ganze Land inzwischen Gedanken über die Kosten ihrer Garderobe macht (150 000 Dollar angeblich), längst zu einer Belastung geworden.

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Die physische Ähnlichkeit der beiden Frauen ist frappierend. Tina Fey ist mit Frisur und Kostüm, mit augenzwinkernder Jovialität und Alaska-Akzent die perfekte Kopie der Politikerin. Wirkungsvoll ist Tina Feys Überspitzung, weil sie ganze Passagen von Sarah Palin übernimmt. Der Talkmaster David Letterman bemerkte ebenso irritiert wie amüsiert, dass „siebzig Prozent der Parodie wortgetreu Sarah Palin sind“, das Magazin „Time“ schrieb, es sei „schwer zu sagen, wo Tina Fey aufhört und Sarah Palin anfängt“. Tatsächlich ist die Schauspielerin am komischsten, wenn man zuvor das entsprechende Interview mit Sarah Palin verfolgt hat.

„Ich bin nicht Tina Fey“

So rezitierte Tina Fey Palins verschachtelte und von mehreren Pausen durchzogene Antworten in einem CBS-Interview fast wörtlich und fügte nur hier und da markante Überspitzungen ein. Sätze wie: „Ich würde gern meinen Telefon-Joker setzen.“ Bisweilen sind die zwei Palins kaum noch auseinanderzuhalten. Sarah Palins Satz, ihre außenpolitische Kompetenz fuße darauf, dass sie von ihrem Haus aus Russland sehen könne, ist zum geflügelten Wort geworden. Nur hat nicht Sarah Palin, sondern Tina Fey es gesagt. Die Politikerin hatte in Wahrheit geäußert: „Der Bundesstaat, den ich regiere, grenzt an Kanada und Russland, zwei fremde Nationen.“

Ja, sie ist es: Die echte Sarah Palin
Ja, sie ist es: Die echte Sarah Palin Bild: AP

Tina Feys Veralberung hat ebenso viel Aufmerksamkeit für Sarah Palin geschaffen, wie diese der Komikerin ein furioses Comeback in der Comedyshow „Saturday Night Live“ bescherte. Die Siebenunddreißigjährige war lange Chefautorin der Sendung, bevor sie im vorvergangenen Jahr mit der Serie „30 Rock“ ihr eigenes Projekt startete. Die Show gewann einen Emmy als beste Comedyserie, Tina Fey wurde als beste Comedyschauspielerin geehrt. Doch mit sechs Millionen Zuschauern erreichte Tina Fey ein für amerikanische Verhältnisse schmales Publikum. Bis Sarah Palin kam und ihr die Rückkehr ins Rampenlicht bescherte.

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Indes muss Sarah Palin um ihre öffentliche Identität kämpfen. Kürzlich veröffentlichte die Agentur AFP ein Foto, auf dem Palin einem Bewunderer eine Kamera zurückreicht. Auf deren Rückseite hatte sie geschrieben: „Ich bin nicht Tina Fey“, gezeichnet „SP“. In diesem Sinne hatte sie wohl auch ihren Auftritt bei „Saturday Night Live“ konzipiert. Doch schlug die Show, nicht Palin, Kapital aus dem Besuch.

Tina Feys Kollege Alec Baldwin, der Palin für Fey hielt, bezeichnete sie als „schreckliche Frau“. Nachdem er seinen Fehler bemerkt hatte, musste sich Sarah Palin von ihm bescheinigen lassen, sie sei „in Persona viel schärfer“. Die Politikerin gab der Vorstellung, dass Sarah Palin eigentlich Tina Fey sei, höchstpersönlich ihren Segen.

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Quelle: F.A.Z.
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