FAZ plus ArtikelDebatte um „Die Unbeugsamen“

„Schlicht die Faktenlage berücksichtigt“

Von Michael Hanfeld
05.05.2021
, 14:29
Er nahm Mordaufträge von Roberto Duterte an: Szene aus dem „Film „Die Unbeugsamen – Gefährdete Pressefreiheit auf den Philippinen“.
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„Die Zeit“ hat dem Dokumentarfilmer Marc Wiese schwere Vorwürfe gemacht. Vor Gericht kassierte sie mit den Berichten eine schwere Niederlage. Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
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Seit knapp einem Monat wird über den Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ von Marc Wiese diskutiert. Allerdings nicht, weil er die gefahrvolle Arbeit der philippinischen Journalistin Maria Ressa zum Gegenstand hat. Ressa ist Chefredakteurin des Online-Mediums Rappler, dessen investigativer Journalismus dem despotisch regierenden Präsidenten Rodrigo Duterte ein Dorn im Auge ist. Mindestens neun Verfahren liefen zurzeit gegen Maria Ressa, teilte die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ mit, ihr drohe unter fadenscheinigen Anklagen lebenslange Haft. Zum Tag der Pressefreiheit haben Menschenrechtsorganisationen weltweit gerade eine Solidaritätsaktion für Ressa gestartet.

Von Maria Ressa und dem „Rappler“ handelt der Film „Die Unbeugsamen – Gefährdete Pressefreiheit auf den Philippinen“, doch darum geht es in der hiesigen Berichterstattung leider nicht. Es geht vielmehr um den Versuch der Wochenzeitung „Die Zeit“, den Regisseur des Films, Marc Wiese, zu diskreditieren. Wiese, so lauteten die Vorwürfe, brüste sich mit einem für den Film geführten Interview mit einem Auftragskiller, der angibt, er habe mit dem Einverständnis oder im Auftrag des heutigen philippinischen Präsidenten Duterte Morde verübt. Dabei habe Wiese das Interview gar nicht selbst geführt. Zudem pflege er einen Umgang mit Protagonisten des Films, der diese in Gefahr gebracht habe.

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