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Nach mildem Urteil

Revision im Fretterode-Prozess beantragt

21.09.2022
, 12:21
Die beiden Angeklagten im sogenannten Fretterode-Prozess. Bild: dpa
Staatsanwaltschaft und Nebenklage haben Revision im sogenannten Fretterode-Prozess beantragt. Zwei Täter aus der rechtsextremen Szene hatten zwei Reporter schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage haben Rechtsmittel gegen das Urteil im sogenannten Fretterode-Prozess eingelegt. In dem Prozess waren zwei Männer aus der rechtsextremen Szenen wegen eines Angriffs auf zwei Journalisten angeklagt. Er und sein Mandant wollten mit ihrer Revision erreichen, dass das Urteil aufgehoben wird, „um eine Neuverhandlung und damit eine Chance auf eine angemessene Würdigung der durch die Angeklagten begangenen Taten zu erreichen“, teilte der Nebenklage-Anwalt Rasmus Kahlen mit. Das Urteil reihe sich „in eine Tradition von milden Strafen gegen Neonazis“ ein.

Das Landgericht Mühlhausen hatte den jüngeren der beiden von zwei Angeklagten zum Ableisten von 200 Arbeitsstunden, den älteren zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten im April 2018 zwei Journalisten aus Göttingen in der Region Fretterode in Nordthüringen attackiert und schwer verletzt hatten. Bei dem Überfall auf die Journalisten seien ein Baseballschläger, ein langer Schraubenschlüssel und ein Messer eingesetzt worden.

Die beiden Journalisten traten in dem Prozess als Nebenkläger auf. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Revision bereits angekündigt. Es sei es nicht nachvollziehbar, dass das Gericht die politische Motivation der Tat nicht berücksichtigt habe. Über die Revisionen muss nun der Bundesgerichtshof entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hatte für den jüngeren der beiden Angeklagten eine Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung gefordert. Für den zweiten Angeklagten plädierte sie auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten. Das Urteil stieß bundesweit auf massive Kritik.

Quelle: FAZ.NET mit dpa
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