FAZ plus ArtikelRussische Kriegsblogger

Sie berauschen sich am Krieg

Von Robert Putzbach
20.05.2022
, 07:35
Man versteht kein Wort, aber Semyon Pegow, der sich „War Gonzo“ nennt, ist in seinem Element. Hinter ihm feuert eine russische Raketenbatterie.
Video
Gonzos und Barbies: Im Krieg in der Ukraine sind auf russischer Seite Blogger unterwegs, die vor Begeisterung über den Kampf gegen „Nazis“ schier platzen.
ANZEIGE

In den Morgenstunden des 24. Februar filmt sich der russische Kriegsblogger Semyon Pegow im Halbdunkel. Laut ruft er in die Kamera, soeben habe Präsident Putin entschieden, russische Truppen in den Donbass zu schicken, um eine „Spezialoperation“ gegen neonazistische Gruppierungen durchzuführen. Man hört es krachen. Hinter Pegow sind Fenster zu sehen, in denen sich der Himmel spiegelt. Immer wieder flackert es hell. Als das Video erscheint, läuft der russische Angriffskrieg in der Ukraine erst wenige Minuten. Pegow ist mit seinem Kanal „War Gonzo“ schon mittendrin.

Genau wie er berichten einige russische Kriegsblogger, vorzugsweise über Telegram, für ihre Abonnenten über die Kämpfe. Das Wort „Krieg“ verwenden die Blogger gemäß der Sprachregelung des Kremls nicht. Ihre Videos geben jedoch ein authentischeres Bild von den Kämpfen und Zerstörungen als das russische Staatsfernsehen. Die Accounts der Kriegsblogger haben die persönliche Erzählweise, die zur Schau gestellte Nähe zu Gefecht und Soldaten sowie die Finanzierung über Spenden der Community gemein.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Lesermeinungen
Alle Leser-Kommentare
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Bildungsmarkt
Alles rund um das Thema Bildung
Sprachkurs
Verbessern Sie Ihr Englisch
Sprachkurs
Lernen Sie Französisch
ANZEIGE