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FAZ plus ArtikelSexuell übergriffig?

Der unantastbare Luc Besson

Von Jürg Altwegg, Genf
 - 12:31

„Nie wieder!“ hatten die französischen Medien nach der Verhaftung von Dominique Strauß-Kahn, der französischer Staatspräsident werden wollte, geschworen und Besserung gelobt. Alle hatten „es“ gewusst – dass Strauß-Kahn sexuelle Belästigung vorgeworfen wird –, aber aus Respekt vor der Privatsphäre geschwiegen. Im Nachhinein allerdings wurden die politische Dimension der Affäre und das Risiko, das Strauß-Kahn in New York für Frankreich bedeutete, als wichtiger eingestuft. Doch seit einem Jahr werden in Paris wieder die gleichen Eiertänze aufgeführt.

Als „Me Too“ ausbrach, wunderten sich die seriösen Zeitungen und die Illustrierten in ebenso anzüglichen wie gezielten Anspielungen darüber, dass es im Film- und Frauenland Frankreich partout keinen „French Weinstein“ geben solle. Fast schon neidisch und beleidigt schien die Nation der gallischen Gockel zu sein. Abermals wussten alle, wer gemeint war: Luc Besson, einer der mächtigsten Männer der nationalen Filmindustrie, die praktisch unter Denkmalschutz steht. Eine spektakuläre Plagiats-Klage – der Filmemacher musste 450 000 Euro bezahlen – war 2016 in Paris weitgehend unter den Teppich gekehrt wurden. Dass mit den „Me Too“-Anspielungen im heißen Herbst vor einem Jahr nur Luc Besson gemeint sein konnte, war für Leser, die ihre Zeitung auch zwischen den Zeilen lesen, nicht zu übersehen.

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Quelle: F.A.Z.
Jürg Altwegg
Kulturkorrespondent mit Sitz in Genf.
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